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Riesenhafter Elektromagnet am LHC (Foto: Cern<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Riesenhafter Elektromagnet am LHC
Foto: Cern
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Teilchenbeschleuniger LHC - Die irrationale Angst vor dem Experiment, die Kritik an den Kritikern und was Schwarze Löcher mit der alles verschlingenden Urmutter zu tun haben, verlinkt das Wochentagswissen . Die alles verschlingende Mutter Videobeweis für Schwarze Löcher Schwarze-Loch-Paniker Prof. Dr. R. Zwei Halbwahrheiten ergeben eine ganze Wahrheit Weitere LHC-Kritiker Zynismus und Fremdwörter

Ein großer Schritt für die Menschheit. Die größte Maschine der Welt hat den Betrieb aufgenommen, die Suche nach dem Higgs-Teilchen hat begonnen. Die Diskussionen um mögliche Gefahren von Teilchenbeschleunigern ist in den Blogs seit langem ein Thema. Bereits im Juli erklärte Astrophysiker Andreas Müller in den Kosmologs sehr präzise, warum die Kritik am LHC haltlos ist.
Müller freut sich über den LHC und erläutert in einem anderen Eintrag, was da passiert und warum. Dietmar Hilsebein macht sich dazu seine Gedanken:
Die alles verschlingende Mutter
Er hat eine eher psycho-analytische Sicht der Dinge und kommentiert in den Kosmologs, «Warum muss der Mensch immer an schwarze Löcher denken? Ödipuskomplex? Die alles verschlingende Mutter?»

Videobeweis für Schwarze LöcherWebcams filmen Schwarze Löcher direkt im LHC – Mit nichts Geringerem wartet Michael Khan auf.
Florian Freistetter führte in Astrodicticum Simplex einen "Schlagzeilen-Check" durch und studierte die Teletext-Schlagzeilen zum Thema LHC. Vox und RTL2 sind sich einig und es wird getitelt, «Entsteht ein schwarzes Loch?» – Die Antwort, «Nein, es entsteht kein Schwarzes Loch» blieben sie dann allerdings schuldig.

Buchtipps zum Thema Schwarze Löcher und Teilchenbeschleuniger finden wir in den Scienceblogs. Zum Thema «irrationale Angst der Öffentlichkeit vor dem Experiment» verweist Shin auf das Buch Contact von Carl Sagan.

Ein sehr unwissenschaftliches und dennoch bemerkenswerstes Argument liefert Blogger «florian», in dem Roman Cosm des Astro- und Plasmaphysiker Gregory Benford geht die Welt ja schließlich auch nicht unter - das beruhigt uns alle natürlich ungemein.

Schwarze-Loch-Paniker Prof. Dr. R.
Thilo hat drei Jahre in Tübingen studiert – was uns natürlich sehr für ihn freut. Thilo schrieb darüber hinaus auch einige der über 450 Kommentare zu Florian Freistetters Blogeintag «Kein Weltuntergang: LHC ist sicher!», der bereits Thema im Wochenendwissen «Feng Shui im Klo» war. Abgesehen von Thilo sitzt in der schönen Stadt Tübingen Deutschland bekanntester LHC-Kritiker und Schwarze-Loch-Paniker Prof. Dr. Rössler auf einem Lehrstuhl am Institut für Physikalische und Theoretische Chemie.

Thilo weist darauf hin, dass der Professor auch an der Universität Tübingen einen sehr zweifelhaften Ruf genießt. Der Mann machte sich in den 70-ger Jahren als Chaosforscher einen Namen – Heute stiftet er eher Chaos. Alle Jahre wieder schafft es Professor R., sich zielsicher in der medialen Öffentlichkeit zu diskutieren. So darf er in der Sendung Spiegel TV einer breiten Öffentlichkeit sein Untergangsszenario erklären.

Zwei Halbwahrheiten ergeben eine ganze Wahrheit
Eine sehr genaue Analyse der Rösslerschen Behauptungen auf der Ebene der Formeln liefert Dr. Wolfram Ebinger in den Kosmologs. Und wundert sich über dessen Unwissenheit.
Fritz Driller weist in diesem Zusammenhang mit einem Augenzwinkern darauf hin, dass zwei Halbwahrheiten durchaus zur ganzen Wahrheit verschmelzen können.Weitere LHC-Kritiker
Der amerikanische Nuklearphysiker Walter Wagner und der spanische Zeitforscher und selbsternannte Teilchenphysikexperte Luis Sancho waren bereits im März mit einer Klage gegen den LHC an einem Bezirksgericht im US-Bundesstaat Hawaii gescheitert.

Wagner hatte bereits vor neun Jahren in den USA gegen den Teilchenbeschleuniger Rhic in Brookhaven (New York) geklagt. Die Maschine mittlerweile stillgelegte Anlage lief zwischen 2000 und 2007 ohne Zwischenfälle und ist letztes Jahr geschlossen worden – ohne den Weltuntergang hervorzurufen.

Der Physiker Rainer Plaga vom Max-Planck-Institut für Physik in München hat in den «Arxiv» der US-Amerikanischen Cornell University, einem Archiv für Preprints aus den Naturwissenschaften, Bedenken am Sicherheitskonzept des LHC geäußert. Er wurde daraufhin von den LHC-Gegnern vereinnahmt. Plaga distanziert sich in den Astronews allerdings deutlich von allen juristischen Initiativen der LHC-Gegner. Zynismus und Fremdwörter
Zum Ende noch eine Perle der zeitweise sehr giftig geführten Diskussion. Deva8 schreibt, «Lies dir mal die Definition von Zynismus durch. Nur weil es ein Fremdwort ist, heißt es noch lange nicht, dass du dir die Bedeutung aussuchen kannst.»

In diesem Sinne: Per aspera ad astra!


Für das Web ediert von Patrick Loewenstein