Was Fußball mit Wirklichkeit zu tun hat, bei welchem Wetter Ballack und Co. gewinnen und wie Ameisen einen Gecko vernaschen, verlinkt das Wochenendwissen.
Beim Blättern durch die wissenschaftlichen Blogeinträge bin ich, erklärter Nicht-Fußballer, auch in dieser Woche doch wieder bei einem Artikel zum Thema Fußball hängengeblieben. Klar, es ist ja auch immer noch Europameisterschaft. Aber nicht irgendeine, wie ich finde, was weniger mit dem Auftritt der DFB-Elf zu tun hat, als mit dem eigentümlichen Verlauf des Turniers. Diese Meisterschaft hat aus sich heraus nahezu wundersame Geschichten generiert, die, wenn sie ein Hollywood-Schreiberling erfunden hätte, einfach nur kitschig wären.
Es wurde die Geschichte der Comeback-Türken erzählt, die von den Deutschen in Comeback-Manier geschlagen wurden und hinterher hatten sich in Berlin Kreuzberg trotzdem oder gerade deswegen für einen Moment alle lieb. Da gab es noch den kleinen (jungen) Philipp und den großen (alten) Rüstü, die beide einen bösen Patzer machten und dann doch noch ebenfalls in Comeback-Manier einen Sieg ihrer Mannschaft retteten, oder die Verbannung des Jogi R. Und so weiter, und so weiter… Wäre ich Fußball-Fan, käme jetzt die bedeutungsschwangere Einschätzung: «So ist Fußball!»
Auf einer meiner Lieblingsseiten jedenfalls, den Brainlogs, stößt nun Christian Hoppe in Wirklichkeit eine weitere Geschichte an, und zwar die von Fußball und Gott: Der Allvater gerät beim Fußball erstaunlicherweise nicht in Animositäten, wenn er von den Fans beider gegnerischen Mannschaften angefleht wird, auch wenn er auf verschiedene Namen hört, konstatiert der Blogautor und kommt so auf das seiner Meinung nach wahrhaft religiöse Grundphänomen im Fußball: «Wir wissen nicht was geschehen wird, und das, was geschieht, zählt - nicht das, was ich gern hätte. Die Wirklichkeit zeigt sich, und sie steht über meinen Vorstellungen von ihr.» Bliebe nur noch die Frage, was denn nun Wirklichkeit ist. Vielleicht hat sie ja was mit der idealen Gewinntemperatur zu tun.
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Zurück zu einem naturwissenschaftlichen Thema, beziehungsweise dessen gesellschaftlichen Auswirkungen: Nanotechnologie und Krebs. Vor einigen Wochen machte sich die Chemikerin und Nanoforscherin Claudia Kaiser Sorgen um die Gefahren bei der Arbeit mit diesen winzig kleinen Partikel und berichtet in dieser Woche über Ansätze zur Klassifizierung des Gefahrenpotentials. Sandra Thal steuert in Amuse Gueule einen Bericht über Nanotechnologie bei, die Krebszellen tötet.Eben gelesener Abschnitt enthält zwei Buzzwords, die eine Wissenschaftsmeldung zum Klicken bringen. Krebs und Nano. Lars Fischer macht sich im Fischblog Gedanken über die Redlichkeit der Wissenschaft beim kommunizieren von Forschungsergebnissen. «...und hilft wahrscheinlich gegen Krebs» ist für den Blogautor schlimmer Bullshit, der der tatsächlichen Forscherleistung nicht gerecht wird. Ludmila Carone steuert in einem Kommentar ihre Erfahrung über Beziehung von Forschern und Öffentlichkeitsarbeitern bei. «Man muss schon wirklich sehr standhaft sein, um sich gegen diese Marktschreierei zu wehren», konstatiert sie und weiß allerdings auch keine rechte Antwort auf die Frage: Wie verkauft man Grundlagenforschung in der Öffentlichkeit?
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Und sonst: Gibt es in dieser Woche nur ein Video ohne Worte. Gefunden hier.