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Wochenendwissen: 

Neurokonsumkritik und solare Armutsbekämpfung

14. Jun 2008 13:21
Von Marburg nach Äthiopien?
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Was bei Nanoforschern Unbehagen auslöst, welche Fußballmannschaft wahrscheinlich Europameister wird, Bloggeridentitätskrisen und mehr verlinkt das Wochenendwissen.

Zwar ist die Stromgewinnung aus Solarenergie heute noch so teuer, dass der Staat große Summen an Subventionsgeldern als Motivationsunterstützung locker machen muss, aber die nahezu unbegrenzte Verfügbarkeit und damit auch Nachhaltigkeit wird dieser Energie in langfristiger Zukunft wohl den Vorzug vor den meisten anderen alternativen Energieformen geben, wie der Wuppertaler Energieexperte Stefan Lechtenböhmer jüngst der Netzeitung erzählt hat.

Doch bis dahin ist noch einiges an Forschungsarbeit nötig, denn derzeit handelsübliche Photovoltaikmodule haben einen Wirkungsgrad von sechs bis 20 Prozent. Das heißt, von dem einstrahlenden Sonnenlicht steht im Bestfall ein Fünftel als elektrische Energie zur Verfügung. Um nennbare Mengen elektrischer Energie beispielsweise für eine Stadt zur Verfügung zu stellen, bedarf es einer also riesigen Fläche, auf der Photovoltaikmodule aufgestellt werden. Zentrale Energieversorgungen, wie wir sie bisher kennen, also Kraftwerk plus dicke Stromleitungen an die Verteiler plus kleine Stromleitungen an den Endverbraucher, sind damit in unseren Breiten nicht ohne weiteres möglich. Müssen sie auch gar nicht, denn dezentrale Energieversorgung könnte eine Alternative sein, wie Lars Fischer vor einiger Zeit in Abgefischt dargelegt und auch einiges an Skepsis ausgelöst hat. Aber das nur als kleiner Einschub.

Zurück zu den Photovoltaikmodulen, von denen in Deutschland so viele Dächer wie kaum anderswo auf der Welt bestückt sind. In der Ökobilanz sind diese Module trotz hohem Rohstoffeinsatz besser als herkömmlich erzeugte Energie , und in der richtigen Gegend eingesetzt können sie schon heute den Lebensstandard auf nachhaltige Art deutlich anheben, wie Stefan Ohm in seinem GEO-LOG hinweist , denn 80 Prozent der Weltbevölkerung hat gar keinen Zugriff auf ausreichend Energie. Ein Großteil dieser Menschen lebt in Gegenden mit intensiver Sonneneinstrahlung. Stefan stellt ein Projekt vor, in dem gestiftete dezentrale Photovoltaik-Anlagen in Dörfern in Äthiopien installiert werden. Und Sie können auch mitmachen: Hier oder hier zum Beispiel.

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Die Fußball-EM hat auch die redaktion der Netzeitung fest im Griff und selbsternannte Experten diskutieren auf Fluren und vor der Kaffeemaschine ihre Vorhersagen. Auch an der wissenschaftlichen Blogosphäre geht das Großereignis nicht unkommentiert vorüber. Florian Freistetter hat sich in Astrodicticum simplex ebenfalls der Vorhersage von Fußballergebnissen angenommen. Allerdings, wie es sich für einen Astronomieblog gehört, kommentiert er Fußballvorhersagen, die in den Sternen stehen.

Nach der Analyse zahlreicher astrologischer Vorhersageangebote kommt er zu dem Ergebnis: «Deutschland wird vielleicht Europameister oder auch nicht - je nachdem ob sie in der Vorrunde gewinnen und ins Finale kommen. Ansonsten wird Italien Weltmeister. Oder Frankreich. Oder die Schweiz. Oder Griechenland.» Rein wissenschaftlich wird Deutschland übrigens mit einer Wahrscheinlichkeit von 24,75 Prozent Europameister.

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In Menschenbilder widmet sich Stefan Schleim Bezug nehmend auf einen Artikel im Spiegel einem weiteren Zweig der derzeit ziemlich angesagten Neurowissenschaften: dem Neuromarketing . Dies bedeutet den Einsatz bildgebender Verfahren, damit Produkte nicht etwa so optimiert werden, wie wir Kunden sie haben wollen, sondern leider nur, damit Produkte so präsentiert werden, wie wir Kunden meinen, sie haben zu wollen. Hier ein Beispiel. Die umstrittenen Potentiale des Gedankenscanners mal außer Acht lassend, wünscht sich der Blogautor von der Hirnforschung eine Antwort auf die Frage: «Wie kann man es vermeiden, zur Marionette des Marketings zu werden?» Die Hirnforschung selbst wird da wohl kaum Antworten geben, wie der Autor bemerkt, denn eigentlich hat er sie selbst schon beantwortet.

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Und sonst: Die noch recht junge wissenschaftlichen Blogossphäre beschäftigt sich mit der Identitätsfrage. In bewegender Art und Weise stellt sich Mathias Wölfelschneider in psyconstruction dieser Sinnkrise – mit nicht minder bewegenden Antworten und Anregungen . Eine Plädoyer für den öffentlichen Wissenschafler liefert auch Marc Scheloske in der Wissenswerkstatt. Ferner wird im Psychologieblog von Katja Schwab über den Umgang mit Canophobie nachgedacht, und der Nanoforscherin Claudia Kaiser bereiten in Exciting Molecules die jüngsten «Negativ-Schlagzeilen» aus dem Nano-Gebiet ein «gewisses Unbehagen» .


 
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