Wochenendwissen: Flatterbälle und Churchills Statistikglaube07. Jun 2008 09:14  |  Flatterball oder Flattermann? | Foto: dpa |
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Warum ein Physiker der Meinung ist, dass der EM-Ball nicht flattert, ob Genmais rechtsradikal macht und ob Taschenspieler und Wissenschaftler etwas gemeinsam haben, verlinkt das Wochenendwissen.
Schon mal was vom Magnus-Effekt gehört? Oder vielleicht gar vom inversen Magnus-Effekt? Nein? Unsere Nummer Eins im EM-Tor, Jens Lehmann, vielleicht auch nicht, beschwert er sich darüber, denn der Keeper stört sich am
flatternden EM-Ball
.
Wenn ein mit Schmackes und Drall geschossener Ball um die eigene Achse drehend durch die Luft fliegt, wird er seitlich abgelenkt – das bewirkt der
Magnus-Effekt
. So entstehen lustige Bananenflanken oder Eckstöße ins Tor, und beim Billard oder Tennis kann die Technik der angedrallten Kugel auch für Beifall bekundende Ahs und Ohs sorgen…
Doch zurück zum Fußball und zu Jens Lehmanns Klagen, denn Metin Tolan behauptet in seinem Blog Querkraft, dass
der EM-Ball gar nicht flattern kann
! Das Flattern kommt laut Tolan zustande, wenn eine glatte Kugel im Flug eine so genannte kritische Geschwindigkeit erreicht, bei der der Luftwiederstand des Geschosses abnimmt und Luftwirbel auftreten, die den Magnus-Effekt umkehren. Schießt nun ein Fußballer einen Ball oberhalb dieser kritischen Geschwindigkeit ab, wird das Kunstleder in die Richtung des inversen Magnuseffektes abgelenkt. Nimmt aber seine Geschwindigkeit im Laufe der Flugbahn unter den kritischen Punkt ab, wirkt wieder der «normale» Magnus-Effekt in entgegen gesetzter Richtung: Der Ball flattert. Metin Tolan ist nun aber der Meinung, Fussbälle können gar nicht diese kritische Geschwindigkeit erreichen und somit auch nicht flattern. Wenn die Fußballer da mal nicht
anderer Meinung
sind...+++
Wie macht es der Hütchenspieler auf der Straße, dass die Kugel nie unter dem Hütchen ist, vor das der meist dickliche Tourist gerade seinen Geldschein gelegt hat? Taschenspielertrick: Er lenkt die Wahrnehmung des Betrachters auf etwas scheinbar Nebensächliches und dank seiner Fingerfertigkeit ist der Ball dann dort, wo er will. Der Tourist gewinnt dabei eher selten, auch wenn er vorher schon wusste, dass er reingelegt werden wird. Nichts anderes passiert bei einer Zaubershow auf der Bühne oder auch beim als Illusionskünstler bezeichneten David Copperfield.
Die Wissenschaft dahinter erklärt Monika Armand in ihrem AHMAZ-Blog. Da ihrer Meinung nach
Alles mit allem zusammenhängt
, weitet sie das Täuschungsthema auf die Wissenschaft aus und fragt vielleicht auch mit dem
irrtümlich Winston Churchill zugeschriebenem Statistikzitat
im Hinterkopf sich und den Leser:
«Glauben wir, was wir wissen, oder wissen wir, was wir glauben?»
Auch das Team der Scienceblogger beschäftigt sich mit dem Täuschungspotential von wissenschaftlichen Statistiken, denn
Genmais macht rechtsradikal
und
es wird eh nur den Zahlen geglaubt, die bestätigen, was man ohnehin schon zu wissen glaubt
.+++
Und sonst: Florian hat in Astrodicticum Simplex die
heißesten Verschwörungstheorien
zur
Phoenix-Landung
auf dem Mars gesammelt. Ludmilla ist Hinterm Mond gleich links
dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest
auf der Spur, und Wild Dueck macht sich Gedanken über das
schreiende Schweigen
.
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