Kurzporträts der Chemie-Nobelpreisträger
Fenn veröffentlichte 1988 die sogenannte ESI (electrospray ionisation) Methode. Mit ihr werden zuerst kleine, geladene Tropfen einer Proteinlösung produziert, welche dann wegen des verdunstenden Wasseranteils zusammenschrumpfen. Langsam bleiben frei schwebende Proteinionen übrig, deren Massen man zum Beispiel dadurch ausrechnen kann, dass man sie beschleunigt und die Flugzeit über eine bekannte Strecke misst.
Koichi Tanaka führte eine andere Technik ein, um Proteine frei schweben zu lassen, nämlich mittels weicher Laserdesorption (soft laser desorption). Ein Laserpuls muss dabei die Probe treffen, die in kleine Teile «gesprengt» wird und somit die Moleküle freigibt.
Wüthrich entwickelte eine Lieblingsmethode von Chemikern weiter, nämlich die kernmagnetische Resonanz (Nuclear Magnetic Resonance = NMR). Mit NMR erhält man Information über die dreidimensionale Struktur und die Beweglichkeit des Moleküls. Durch seine Arbeit zu Beginn der 80er Jahre hat Kurt Wüthrich die Anwendung von NMR auf Proteine ermöglicht. Der Vorteil der NMR ist, dass man die Proteine in Lösung, also in einer den Verhältnissen in den Zellen gleichenden Umgebung studieren kann.
