Altägyptische Begräbnisstätte entdeckt
06.03.2002
Herausgeber: netzeitung.de
Horus
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Dem falkenköpfigen Gott Horus ist eine altägyptische Totenstätte geweiht, die Archäologen jetzt in Abydos entdeckt haben.
In der altägyptischen Tempelstadt Abydos sind Archäologen auf eine dem Gott Horus geweihte Begräbnisstätte gestoßen. Wie der staatliche ägyptische Informationsdienst berichtet, enthalten die Kammern neben menschlichen Skeletten auch zahlreiche einbalsamierte Falken. Es handele sich um den ersten Fund einer vollständigen, dem Horus gewidmeten Stätte.
Lebensspendender LichtgottAbydos liegt rund zehn Kilometer westlich des Nils in der Nähe des heutigen Sohâg. Horus sei in jenem Gebiet lange Zeit verehrt worden, erläuterte Sabri Abdel Aziz, Direktor der Altertumsbehörde für Oberägypten. In der altägyptischen Mythologie bildete Horus zusammen mit seinen Eltern Isis und Osiris eine Art Dreieinigkeit. Er galt als Gott des lebensspendenden Lichtes und wurde meist als falkenköpfiger Mann oder als Falke dargestellt, der eine Sonnenscheibe als Krone trägt.
Die Falken-Mumien seien in Leinen eingewickelt und hätten in großen, ovalen Tonsarkophagen gelegen, so der Archäologe. Einige von ihnen hätten sogar goldverzierte Masken getragen. Daneben seien auch intakte Falkeneier gefunden worden. Außerhalb der Kammern stießen die Archäologen auf die Darstellung eines Sacarabäus, der in Anlehnung an eine altägyptische Schöpfungslegende ein Falkenei vor sich herschiebt.
Gold auf den SchädelnAuf den in den Kammern verstreuten menschlichen Skeletten fanden die Wissenschaftler Spuren von Gold, verteilt auf Schädeln, Zähnen, Fingern und Zehen der Toten. Zu weiteren Funden gehören eine bronzene Statuette des Horus, mehrere Amulette und Bronzegefäße sowie Steingravuren und griechische Inschriften. (nz/jkm)