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T. Rex war ein lahmer Läufer
28. Feb 2002 13:07
 | Langsamer als sein Ruf: T. rex (hier als Modell) | | Foto: National Science and Technology Centre, Australien |
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Tempolimit für Spielbergs Lieblingstier: Der Mythos vom schrecklichen Räubers wankt. Tyrannosaurier hatten zu wenig Muskeln zum Rennen.
In Hollywoodfilmen ist Tyrannosaurus rex ein schneller Läufer. Doch für einen Sprint mit seinen sechs Tonnen Körpergewicht hatte er zu wenig Beinmuskulatur. Das vermuten zwei Biomechanik-Spezialisten von der University of California in Berkeley. Nach den Berechnungen von John Hutchinson und Mariano Garcia hätten die Beinmuskeln 80 Prozent des Körpergewichts von T. Rex ausmachen müssen, um ihm schnelles Laufen auf zwei Beinen zu ermöglichen.
6000-Kilo-Huhn
Vergleicht man Tiere unterschiedlicher Größe, stellt man fest, dass die Kraft eines Muskels nicht im gleichem Maße wie das Körpergewicht zunimmt. Muskeln größerer Tiere erzeugen trotz größeren Volumens weniger Kraft pro Kilogramm Körpergewicht. Schon länger zweifelten daher Wissenschaftler an den Laufkünsten zweibeiniger Saurier.In ihrer Arbeit, die sie in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift «Nature» vorstellen, berechneten die beiden Forscher die minimal notwendige Muskelmasse für schnelles Laufen zunächst für Huhn und Alligator, zwei lebenden Verwandten der Saurier. Wie Hutchinson und Garcia herausfanden, besitzen Alligatoren nur die Hälfte der notwendigen Muskelmasse, um (mal angenommen, ihre Anatomie ließe es zu) auf zwei Beinen rennen zu können. Hühner haben dagegen doppelt soviel Muskel wie nötig. Auf den Maßstab eines Tyrannosaurus übertragen zeigten ihre Berechnungen: Ein Huhn von 6000 Kilo Gewicht müsste zu 99 Prozent aus Beinmuskeln bestehen.
Zu lahm zum Jagen?
Für den Tyrannosaurier bedeutet dies, dass der ihm nachgesagte schnelle Sprint von 45 Kilometern pro Stunde bei der Beutejagd kaum möglich gewesen sein dürfte. Selbst mit der gesamten Muskelmasse seiner Hinterbeine konnte er nicht die für schnelles Laufen notwendigen Kräfte entwickeln. Fossile Spuren großer zweibeiniger Raubsaurier deuten auch eher auf Laufgeschwindigkeiten von 18 km/h hin. Die Ergebnisse scheinen Paläontologen wie Jack Horner Recht zu geben, die im Tyrannosaurus Rex eher einen Aasfresser als einen Jäger sehen wollen.
Ihre Berechnungen schließen aber nicht aus, so betonen Hutchinson und Garcia, dass die «Schreckensechse» ein Jäger war. Immerhin ermöglichten die langen Beine dem bis zu sechs Meter hohen Fleischfresser große Schritte. Auch mit bis zu 18 km/h hätte T. Rex kleinere Beutetiere und gleich große, aber schwerfällige Pflanzenfresser noch einholen können. Besonders schnell wäre der Saurier damit allerdings nicht gewesen: Elefanten und Spitzensportler schaffen das doppelte Tempo. (nz/jkm)
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