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«El Niño» begünstigt Infektionskrankheit
21. Jan 2002 10:20

Bartonellose tritt vor allem in abgelegenen Andentäler auf
Foto: Nasa
Klimaforscher haben einen Zusammenhang zwischen dem Wetterphänomen «El Niño» und einer in Südamerika weit verbreiteten Krankheit entdeckt.
 
Klimaforscher der Nasa und US-Mediziner wollen durch Beobachtung des Wetterphänomens El Niño künftig Ausbrüche der Infektionskrankheit «Bartonellose» vorhersagen. Diese auch als «Carrion'sche Krankheit» oder «Oroyafieber» bezeichnete Infektionserkrankung wird durch Bakterien ausgelöst. Sie zieht Fieber, das Anschwellen der Lymphknoten und schwere Blutarmut nach sich.

Enger Zusammenhang

Mehr in der Netzeitung:
Die Krankheit ist in den Hochtälern der Anden verbreitet, in Peru, Ecuador und Südwest-Kolumbien. Ihre Übertragung erfolgt durch Stechmücken, die Inkubationszeit kann Wochen betragen. Nasa-Beobachtungen haben jetzt gezeigt, dass ein enger Zusammenhang besteht zwischen dem Auftreten von Bartonellose und El Niño: Wenn warme Meeresströme über den Pazifischen Ozean nach Südamerika wandern, bringen sie feucht-warmes Klima mit, das die Stechmücken begünstigt. Ein bis drei Monate später schlägt sich dies in einer steigenden Zahl von Bartonellose-Infektionen nieder.

Mehr im Internet:
Die Forscher werteten die Wetter-Entwicklung der peruanischen Regionen Caraz und Cusco in den Jahren 1997 und 1998 aus, als Südamerika unter starkem El Niño-Einfluss stand. Die Nasa hatte das Ereignis mit ihrem TRMM-Satelliten (= Tropical Rainfall Measuring Mission) verfolgt. Wie die Wissenschaftler jetzt auf einer Tagung der American Meteorological Society berichteten, stieg die Zahl der Stechmücken in Folge des Wetterphänomens extrem an. Dies ließ die Zahl von Bartonellose-Erkrankungen auf das Doppelte des Normalwertes ansteigen.

Der richtige Zeitpunkt ist entscheidend

Die Sandfliege, ein möglicher Überträger der Krankheit
Foto: Nasa
Eine rechtzeitige Reaktion auf den El Niño könne künftig helfen, Epidemien schon vor ihrem Ausbruch zu bremsen, hofft Larry Laughlin vom Uniformed Services University of Health Sciences: «Den lokalen Gesundheitsbehörden soll es ermöglicht werden, Gegenmaßnahmen zu ergreifen, wenn eine Epidemie zu erwarten ist. Der richtige Zeitpunkt ist entscheidend in Entwicklungsländern, deren Mittel zur Gesundheitsvorsorge begrenzt sind.» (nz/jkm)





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