Leonardos Brücke nach 500 Jahren gebaut
02.11.2001
Herausgeber: netzeitung.de
Bei den norwegischen Behörden stießen Sands Ideen zwar auf offene Ohren, die Realisierung seines Projekts war trotzdem nicht einfach. «Normalerweise gibt es eine Stelle, an der eine Brücke benötigt wird. Wir entwerfen dann eine, die dorthin passt. Diesmal hatten wir eine Brücke und mussten die Stelle finden, wo sie hinpasst», beschreibt ein Beamter des norwegischen Verkehrsministeriums das Problem.
Fündig wurden Sand und seine Mitstreiter schließlich an der E-18, einer Autobahn zwischen Norwegen und Schweden. Allerdings mussten für das Bauwerk in Höhe der Ortschaft As einige Änderungen an den ursprünglichen Plänen vorgenommen werden. Schließlich wäre Leonardos Brücke, seinerzeit für den mächtigen Sultan Bayazid II. geplant, im 16. Jahrhundert das größte Bauwerk dieser Art weltweit gewesen. 340 Meter Länge und über 20 Meter Breite waren den norwegischen Bauherren dann doch zuviel.
Für Vebjörn Sand ist «Leonardos Brücke nicht einfach eine schöne Brücke. Es ist auch eine Metapher für die Begegnung von Himmel und Erde, Dunkelheit und Licht.» Mit dem jetzt eröffneten Bau ist das Leonardo-Projekt für ihn keineswegs erledigt. Der moderne Visionär hat noch einen weiteren Traum: eine Leonardo-Brücke auf jedem Kontinent der Erde.

