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Neue Fossilien des «Riesen-Krokodils» entdeckt
26. Okt 2001 07:13

Schädelvergleich: Sarcosuchus (links) und das bis zu fünf Meter lange Orinoko-Krokodil.
Foto: Courtsey of Mike Hettwer and Paul Sereno
Zwölf Meter lang, acht Tonnen schwer und Appetit auf Dinosaurier: Forscher haben versteinerte Schädel und Knochen riesiger Krokodil-ähnlicher Reptilien gefunden.
 
Von Patrick Eickemeier
 
Neben «Sarcosuchus imperator» sehen selbst die großen heute lebenden Krokodile geradezu winzig aus. Jetzt haben Forscher neue Fossilien des urzeitlichen Riesenreptils gefunden.

Das »Hyper-Riesenkrokodil«

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  • «Das neue Material verschafft uns eine gute Sicht auf die Hyper-Riesenkrokodile», sagt Paul Sereno von der University of Chicago. Der Paläontologe hat mit Kollegen eine Auswertung der neuen Knochenfunde im aktuellen Wissenschaftsmagazin «Science» veröffentlicht.

    Bereits in den sechziger Jahren hatten französische Forscher den Urzeitriesen erstmalig beschrieben. Sie hatten Fossilien aus der Ténéré-Wüste in Niger gefunden. In diesem Gebiet lebten die Tiere vor rund 110 Millionen Jahren. Doch die Knochenfunde waren eher spärlich, so dass es viel Spekulation um das Aussehen, die Lebensweise und die Einordnung der Reptilien in den Krokodilstammbaum gegeben hatte.

    40-jährige Halbstarke

    Seine Größe sei die bestimmende Eigenschaft von Sarcosuchus, berichten die Forscher in der Online-Ausgabe «Scienceexpress» vom Donnerstag. Die aus den Schädelmaßen errechnete Körperlänge beträgt über zwölf Meter. Das Gewicht ausgewachsener Exemplare wird auf rund acht Tonnen geschätzt.

    Aus den Schichten in den Knochenschuppen, die in der Haut der Tiere wuchsen, konnten die Forscher auch die Wachstumsphase der Tiere abschätzen. Die Schuppen eines zu rund 80 Prozent ausgewachsenen Tieres hatten etwa 40 «Jahresringe». Sarcosuchus war demnach erst mit 50 bis 60 Jahren ausgewachsen – eine überraschende Langlebigkeit für Krokodilartige, kommentieren die Autoren.

    Bessere Zeiten für Krokodile

    Mehr im Internet: Krokodile:
    Mit dieser Größe muss Sarcosuchus ein eindrucksvoller Räuber an der Spitze der Nahrungskette der Flusslandschaft gewesen sein. Von der Ausprägung und der Anordnung der Zähne im Gebiss schließen die Forscher auf ein umfangreiches Beutespektrum. Im Gegensatz zu vielen heute lebenden Krokodilen war Sarcosuchus nicht auf Fische spezialisiert. Auch landlebende Tiere, selbst kleine Dinosaurier, dürften zu seinem Nahrungsspektrum gehört haben.

    Kopfzerbrechen bereitet den Paläontologen eine Knochenstruktur an der Spitze des Oberkiefers. Diese so genannte «Bulla» war erst bei erwachsenen Tieren voll entwickelt. Da sie aber sowohl bei Weibchen als auch bei Männchen ausgeprägt war, handelt es sich wohl nicht um eine Struktur, die sich im Zusammenhang mit sexuellen Verhaltensweisen entwickelt hat, vermutet Sereno. Sie könnte dagegen als Geruchsorgan und auch zu Lautäußerungen gedient haben.

    Insgesamt haben die Forscher am Fundort in Niger Fossilien von sechs Krokodilartigen entdeckt. Vor 110 Millionen Jahren waren die Zeiten für Krokodile noch besser als heute. «Das ist das Faszinierende an der Krokodilevolution. Die Größe der Krokodile ist in der Evolution von beiden Seiten gestutzt worden», sagt Sereno. Sowohl die ganz Großen als auch die ganz Kleinen seien im Laufe der Entwicklung verschwunden.
    Über 12 Meter langer und neun Tonnen schwerer Räuber: Sarcosuchus erbeutete Fische, Schildkröten und kleine Dinosaurier.
    Bild: © Michael W. Skrepnick 2001





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