Neue Fossilien des «Riesen-Krokodils» entdeckt
26.10.2001
Herausgeber: netzeitung.de
Bereits in den sechziger Jahren hatten französische Forscher den Urzeitriesen erstmalig beschrieben. Sie hatten Fossilien aus der Ténéré-Wüste in Niger gefunden. In diesem Gebiet lebten die Tiere vor rund 110 Millionen Jahren. Doch die Knochenfunde waren eher spärlich, so dass es viel Spekulation um das Aussehen, die Lebensweise und die Einordnung der Reptilien in den Krokodilstammbaum gegeben hatte.
Aus den Schichten in den Knochenschuppen, die in der Haut der Tiere wuchsen, konnten die Forscher auch die Wachstumsphase der Tiere abschätzen. Die Schuppen eines zu rund 80 Prozent ausgewachsenen Tieres hatten etwa 40 «Jahresringe». Sarcosuchus war demnach erst mit 50 bis 60 Jahren ausgewachsen eine überraschende Langlebigkeit für Krokodilartige, kommentieren die Autoren.
Kopfzerbrechen bereitet den Paläontologen eine Knochenstruktur an der Spitze des Oberkiefers. Diese so genannte «Bulla» war erst bei erwachsenen Tieren voll entwickelt. Da sie aber sowohl bei Weibchen als auch bei Männchen ausgeprägt war, handelt es sich wohl nicht um eine Struktur, die sich im Zusammenhang mit sexuellen Verhaltensweisen entwickelt hat, vermutet Sereno. Sie könnte dagegen als Geruchsorgan und auch zu Lautäußerungen gedient haben.
Insgesamt haben die Forscher am Fundort in Niger Fossilien von sechs Krokodilartigen entdeckt. Vor 110 Millionen Jahren waren die Zeiten für Krokodile noch besser als heute. «Das ist das Faszinierende an der Krokodilevolution. Die Größe der Krokodile ist in der Evolution von beiden Seiten gestutzt worden», sagt Sereno. Sowohl die ganz Großen als auch die ganz Kleinen seien im Laufe der Entwicklung verschwunden.

