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Paviane denken abstrakt
15. Okt 2001 11:31 Im Gehirn von Pavianen passiert mehr, als Forscher bisher glaubten. Die Tiere sind in der Lage, Kategorien zu bilden – gewissermaßen also abstrakt zu denken.
Schon häufig wurden bei Schimpansen und anderen Menschenaffen erstaunliche Denkfähigkeiten beobachtet. Nun haben französische und amerikanische Wissenschaftler an zwei trainierten Pavianen den Nachweis erbracht, dass auch so genannte Tier- oder Altweltaffen abstrakt denken können. Darüber berichten sie «Journal of Experimental Psychology (Animal Behavior Processes)».
Paviane am Joystick
Joël Fagot vom Forschungszentrum für kognitive Neurowissenschaften des CNRS in Marseille und seine amerikanischen Kollegen Edward A. Wasserman und Michael E. Young von der Universität von Iowa führten fünf Experimente an einem männlichen und einem weiblichen erwachsenen Guinea-Pavian (Papio papio) durch. Die Tiere wurden mit einem Joystick vor einen Computer gesetzt, auf dem Schaubilder gezeigt wurden, die aus kleineren Bildern zusammengesetzt waren. Auf der ersten Tafel waren sechzehn verschiedene Abbildungen zu sehen, etwa die Sonne, ein Pfeil, eine Glühbirne, ein Telefon oder eine Eisenbahn. Auf der zweiten Tafel wurde dasselbe Bild sechzehnmal wiederholt.
Die Versuchstiere konnten nun zwei weitere Tafeln auswählen, die entweder sechzehn verschiedene oder gleiche Symboldarstellungen enthielten. Die Symbole selbst hatten sie noch nie gesehen. So testeten die Primatologen, ob Paviane in der Lage sind, Kategorien wie «Gleich» oder «Verschieden» zu bilden. Nach Tausenden von Versuchen gelang es ihnen tatsächlich, Bilder, die in die Kategorie «Gleich» oder «Verschieden» fielen, richtig zuzuordnen, je nachdem, was von ihnen erwartet wurde. «Obwohl die Unterscheidung der Beziehung zwischen Symbolen sicher keine intellektuelle Stärke von Pavianen ist, haben sie doch eine Ahnung davon», resümieren die Forscher das Ergebnis dieses Experiments.
Anfänge des logischen Denkens
In weiteren Experimenten wurde die Anzahl der Symbole auf den Testtafeln kontinuierlich verringert. Je ähnlicher die Schaubilder wurden, desto schwieriger war das Problem zu lösen, ob entweder Bilder mit identischen oder verschiedenen Symbolen ausgewählt werden sollten. Sogar diese Aufgabe lösten die Paviane, wenn auch mit geringerer Genauigkeit.«Das Denken in Analogien und seine möglichen Vorläufer ist sehr wohl bei nicht-menschlichen Lebewesen anzutreffen, wenn wir nur lang genug danach suchen», folgern die Kognitionsforscher aus ihren Experimenten. Das hat sich auch schon bei Tierarten gezeigt, die als noch viel primitiver gelten. Bienen zum Beispiel sind ebenfalls in der Lage, Kategorien zu bilden. Und - wenn man die Versuche direkt vergleicht – können sie das eigentlich sogar deutlich besser als ihre haarigen Verwandten. (nz/jkm)
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