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Die Leiden der Tyrannosaurier
09. Okt 2001 10:57 Gebrochene Rippen, Infektionen und Rückenprobleme - auch Tyrannosaurier hatten ihre Blessuren. Offenbar aber waren die Tiere extrem zäh, wie Forscher jetzt entdeckt haben.
Bisswunden, Knochenbrüche, Krankheiten - Tyrannosaurier mussten in ihrem Leben einiges erdulden. Doch offenbar waren die Tiere extrem zäh und überstanden die meisten Blessuren relativ unbeschadet. Dies vermuten zumindest Forscher, die einen Tyrannosaurus rex namens «Sue» am Field Museum in Chicago untersucht haben.
Sieben Tonnen Sue
Das Museum hatte im Jahr 1997 den fossilen Raubsaurier ersteigert. Benannt wurde das bisher vollständigste Skelett eines Tyrannosaurus nach seiner Entdeckerin Sue Hendrickson. Sie hatte die Knochen 1990 in einem Indianerreservat in South Dakota entdeckt.Der 67 Millionen Jahre alte Dino ist 12,8 Meter lang und wog zu Lebzeiten wohl an die sieben Tonnen. Sein 1,5 Meter langer Kopf mit den 58 Zähnen bringt allein 272 Kilogramm auf die Waage. Lange Jahre steckten die Knochen im Gestein, erst jetzt wurde der Fund von den Präparatoren des Museums vollständig freigelegt.
Knochenbrüche und Rückenprobleme
Elizabeth Rega von der Western University of Health Sciences in Pomona, Kalifornien, und Chris Brochu von der University of Iowa haben die fossilen Knochen genauer unter die Lupe genommen. Sie fanden Spuren für mehrere Verletzungen, die aber offenbar noch vor dem Tod des Tieres komplett verheilten.Wie die Forscher jetzt auf eine Fachkonferenz in Montana berichteten, muss sich Sue im linken wie rechten Rippenbereich Knochenbrüche zugezogen haben. Arm- und Beinknochen waren zudem von Infektionen betroffen. Und der Wuchs der Wirbelsäule lässt auf schmerzhafte Rückenprobleme schließen. Da fällt kaum noch ins Gewicht, dass Sue auch unter Verletzungen am Kiefer litt, wie sie bei Raubsauriern verbreitet waren.
Herdentier Tyrannosaurus
Trotzdem muss der angeschlagene Saurier sehr alt geworden sein. «Die verheilten Verletzungen belegen eindeutig, dass Sue ein robustes Tier war, das viele Schläge wegstecken konnte», erklärte Rega dem Fachmagazin «New Scientist». Woran der Saurier gestorben ist, konnte bisher allerdings noch nicht ermittelt werden. Der Saurier-Forscher Peter Larson spekulierte anlässlich der Präsentation seiner Kollegen, die Tyrannosaurier hätten in Herden zusammen gelebt und sich mit ausgeprägtem Sozialverhalten gegenseitig geholfen. So könnte ein angeschlagenes Tier bis zur Ausheilung seiner Verletzungen gewissermaßen «durchgefüttert» worden sein. Eine Annahme, die nicht völlig aus der Luft gegriffen scheint. Auch Funde des Tyrannosaurus-Experten Jack Horner deuten darauf hin, dass die großen Fleischfresser tatsächlich in Herden lebten. (nz/jkm)
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