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Gorillas im Dilemma
04. Sep 2001 12:11
 | Einer der letzten seiner Art. | | Foto: kilimanjaro.com |
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Im Bwindi-Nationalpark in Uganda leben noch rund 650 Berggorillas. Mit den Touristen, die den Schutz des Parkes finanzieren, kommen allerdings auch Infektionen. Die Hautkrankheit Räude ist das jüngste Beispiel.
Von Richard Friebe
Paradoxerweise brauchen Gorillas inzwischen Menschen, um überhaupt in den Resten ihrer angestammten Lebensräume überleben zu können. Zahlende Touristen, die etwa dem ugandischen Nationalpark Bwini Impenetrable Forest mehr als zwei Millionen Mark jährlich an Einnahmen bringen, sorgen auch dafür, dass die Gebiete langfristig geschützt werden..
Geld, Gorillas und Gefahren
Von Menschen gehen für die letzten wild lebenden Berggorilla-Populationen (Gorilla gorilla beringei)nach wie vor die größten Gefahren aus. Nicht nur durch Wilderei und weitere Einschränkung der Lebensräume. Infektionen, die durch den Kontakt mit Menschen übertragen werden, bedrohen die Tiere mindestens ebenso stark.«Speziell bei den Bergorillas in Bwindi und an den Virunga-Vulkanen sind die Nationalparksgrenzen zur Zeit gesichert und Wilderei ist kaum ein Problem», sagt die Primatologin Linda Vigilant vom Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig. Der jüngste Ausbruch von Räude, einer stark juckenden Hautkrankheit, zeige jedoch die potenziellen Gefahren durch Infektionen. Die durch fast tägliche Touristenbesuche an Menschen gewöhnten Tiere holten sich die Milben wahrscheinlich in Siedlungen, die sie gelegentlich auf Nahrungssuche durchstreifen.
Medizin-Geschosse
Wie der Online-Dienst des Wissenschaftsmagazins Nature berichtet, ist die Reude in der an Menschen gewöhnten Gruppe inzwischen unter Kontrolle. Tierärzte mussten dafür allerdings den Gorillas per Pfeil Spritzen verabreichen – eine Maßnahme, die bei nicht an Menschen gewöhnten Gruppen unvorstellbar wäre. Auf mindestens eine dieser Gruppen soll die Krankheit bereits übertragen worden sein.Durch ihre enge Verwandtschaft zum Menschen sind Gorillas und auch Schimpansen und Bonobos anfälliger für menschliche Infektionen als andere Tierarten. Masern etwa könnten nach Meinung von Wissenschaftlern ganze Populationen auslöschen. Trotzdem, sagt der Londoner Primatenforscher Guy Collishaw, könne man auf den Ökotourismus nicht verzichten: «Wegen der Touristen unterstützen die dortigen regionalen Regierungen die Schutzbemühungen überhaupt», sagt Collishaw.
Für das Web ediert von Richard Friebe |
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