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Kultivierte Menschenaffen
14. Aug 2001 14:07 Viele Menschen sehen «Kultur» als ureigenes Merkmal der Spezies Mensch an. Doch auch unsere nächsten Verwandten sind keine «Banausen» und pflegen «Traditionen».
Schottische und amerikanische Zoologen haben neue Beweise dafür gefunden, dass Schimpansen in regionalen Kulturen zusammenleben. Viele Verhaltensweisen unserer nächsten Verwandten werden von einer Generation zur nächsten weitergegeben und unterscheiden sich dadurch von Gruppe zu Gruppe.
Regionale Regentänze
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Nach ihrer Rückkehr aus Ostafrika berichteten Andrew Whiten von der St.-Andrews-Universität in Schottland und William McGrew von der Miami-Universität in Florida über die Ergebnisse ihrer Studien, die im kommenden Jahr publiziert werden sollen. Bereits 1999 hatte das «Chimpanzee Cultures Project» von Andrew Whiten und Jane Goodall in der Zeitschrift «Nature» den Nachweis erbracht, dass bei sieben freilebenden Schimpansengruppen regionale Unterschiede im Verhalten bestehen.Bei insgesamt 39 Verhaltensmustern wie Partnerwerbung, Nahrungssuche und Körperpflege konnten damals Lokalvarianten beobachtet werden. Sogar für die so genannten Regentänze, die die Schimpansen bisweilen beim Einsetzen des Niederschlags zeigen, hatten die verschiedenen Gruppen eigene Schritte und Bewegungen erfunden. Diese Abweichungen im Verhalten ähneln kulturellen Traditionen beim Menschen, die über viele Generationen hinweg überliefert werden.
Gene, Umwelt, Lernen
Im zweiten Abschnitt ihres Projekts konnten die Forscher das Entstehen neuer Verhaltensmuster bei der Nahrungssuche, in den Sozialbeziehungen und in der Gesellschaftsordnung beobachten. Darüber hinaus dokumentierten sie vierzig verschiedene Arten des Werkzeuggebrauchs. «Diese Unterschiede resultieren nicht aus einer genetischen Veranlagung oder aus Umwelteinflüssen, sondern werden erlernt» erklärte McGrew gegenüber BBC News Online.Vor allem zwei Beobachtungen lassen daran zweifeln, dass der Gebrauch von Werkzeugen und nachforschendes Denken auf den Menschen beschränkt sind. So gebrauchen Schimpansen in Westafrika Holzstöcke und Steine, um Nussschalen zu öffnen, während ihre ostafrikanischen Verwandten dazu die Hände gebrauchen. In Ostafrika lesen die Menschenaffen Parasiten aus dem Fell ihrer Kameraden und legen sie auf ein Blatt, um sie sorgfältig zu untersuchen, während die Quälgeister in der westafrikanischen Kontrollgruppe noch auf der Haut zerquetscht werden.
Die Kooperation von Verhaltensforschern weltweit habe den großen Reichtum des Verhaltensrepertoires der Schimpansen gezeigt, sagte McGrew der BBC und fügte hinzu: «Zu wissen, dass die Tiere so stark gefährdet sind, treibt unsere Studien sehr an.» (nz/MWn)
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