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Früher Landgang der Pflanzen
10. Aug 2001 11:56
 | Pflanzenfossil, gerade mal 360 Millionen Jahre alt. | | Foto: web |
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Die Untersuchung so genannter molekularer Uhren bringt Forscher jetzt zu der Annahme, dass Pflanzen das Land viel früher besiedelten als man bisher anhand von Fossilien vermutet hatte.
Pflanzen haben das Land deutlich früher kolonisiert als fossile Zeugnisse es vermuten lassen, berichten amerikanische Wissenschaftler in der neuen Ausgabe von Science. Demnach traten schon vor rund 700 Millionen Jahren die ersten Landpflanzen auf. Die frühesten Fossilien sind dagegen nur 480 Millionen Jahre alt.
Klima-Macher
Die ersten Pilze sollen in Symbiose mit Algen sogar noch früher an Land gekommen sein, nämlich vor rund einer Milliarde Jahren. Das Auftauchen der neuen Organismengruppen hatte drastische Konsequenzen für das Klima dieser Zeit, vermuten die Forscher.Die Wissenschaftler der Pennsylvania State University unter Leitung von Blair Hedges ermittelten die historischen Mutationsraten von sogenannten «molekularen Uhren». Dazu untersuchten sie die Sequenzen von 119 Genen, die alle im Erbgut ausgewählter Pflanzen, Pilze und Tiere vorkommen. In diesen Genen traten in der Vergangenheit regelmäßig zufällige Veränderungen auf, vergleichbar mit dem Ticken einer Uhr.
Mutations-Ticken
 | Archaeanthus-Pflanze, mit 100 Millionen Jahren fast ein junges Fossil. | | Foto: ufl.edu |
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«Weil die Mutationen im Moment der Artentstehung begannen, können wir sie heute benutzen, um die Evolutionsgeschichte der Organismen bis zu ihrem Ursprung zurückzuverfolgen», erläutert Hedges. Sie und ihr Team «stellten» die molekularen Uhren anhand von geologischen Ereignissen, die vor allem durch tierische Fossilien belegt sind. Die Anhäufung der Mutationen im Erbgut von Pflanzen und Pilzen ließ nur einen Schluss zu: Diese Organismen sind deutlich älter als die ersten Fossilien, die man von ihnen kennt.
Die Forscher glauben, dass die ersten Pilze und Pflanzen die Entwicklung des Weltklimas entscheidend beeinflusst haben. Pflanzen könnten demnach die Sauerstoffkonzentration der Luft erhöht haben - eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Entstehung von tierischem Leben. Andererseits entzogen sie der Atmosphäre Kohlendioxid. Dies könnte vor rund 700 Millionen Jahren zu einer Abkühlung und damit zu einer kompletten Verseisung der Erde geführt haben, vermuten die Wissenschaftler. (nz/MWn)
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