netzeitung.de«Dreckiges Dutzend» verboten

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Die Stockholmer Konvention zum Verbot gefährlicher Chemikalien ist unterzeichnet worden. Das «Dreckige Dutzend» wird aus dem Verkehr gezogen.

STOCKHOLM. Die Umweltminister von rund 90 Mitgliedsstaaten der UN haben am Mittwoch in Stockholm einen Vertrag unterzeichnet, mit dem die Verwendung von zwölf der giftigsten und hartnäckigsten Chemikalien weltweit verboten oder zumindest strikt beschränkt wird.
Stockholmer Konvention
Mit der Stockholmer Konvention sollen zwölf so genannten «Persistant Organic Polluants» (POPs) aus dem Verkehr gezogen werden, die für Mensch und Tier gefährlich bis tödlich sind und verheerende Umweltschäden verursachen können.

Der Unterzeichnung des Abkommens in der schwedischen Hauptstadt durch 86 Staaten waren zweijährige internationale Verhandlungen unter der Führung des UN-Umweltprogramms (UNEP) vorausgegangen. Die Konvention tritt in Kraft, sobald sie von 50 Staaten ratifiziert ist. Es wird erwartet, dass dies einige Jahre dauern wird. Viele der 127 Staaten, die sich auf die Konvention geeinigt haben, wollen sie nach eigenen Angaben aber bereits ab sofort umsetzen.

Chemische Zeitbombe
Der Vertrag wird von Umweltexperten als wichtiger Erfolg im Kampf für ein sichereres und saubereres Ökosystem Erde angesehen. Der schwedische Ministerpräsident Göran Persson hatte die betroffenen Chemikalien am Dienstag bei der Eröffnung der zweitägigen Konferenz als «chemische Zeitbombe» bezeichnet, die «die Umwelt und die Lebensqualität des Menschen bedroht».

Mit der Konvention werden Produktion, Import, Export, Entsorgung und Anwendung der POPs strengen Kontrollen unterworfen. Die meisten Chemikalien des «dreckigen Dutzends» werden vollständig verboten. Ausnahmen gibt es für DDT, das in vielen armen Ländern noch zum Kampf gegen Malaria übertragende Insekten gebraucht wird, und für PCB, das in elektrischen Transformatoren verwendet wird. Sie sollen verboten werden, sobald angemessene und bezahlbare Alternativstoffe gefunden sind.

Grashüpfer Effekt
Die zwölf in der Konvention genannten Chemikalien sind nicht nur gefährlich, weil sie schwer abbaubar sind. Sie verbreiten sich mit dem so genannten Grashüpfer-Effekt sehr leicht weiter und schaden damit auch dem Leben in weiter Entfernung von dem Ort, an dem sie freigesetzt werden.

POPs können beispielsweise mit verdunstendem Wasser aufsteigen, mit dem Wind verweht werden, über Wasser oder Land niedergehen, erneut verdunsten und sich wieder absetzen. Dadurch können sich die Stoffe im Gewebe von Menschen anreichern, die Tausende Kilometer entfernt von der eigentlichen Quelle der Verschmutzung leben. (nz/AFP)