myNZ - LoginProbeabo  |  Guided Tour  |  Login  
E-Mail an die Redaktion Wissenschaft

NETZEITUNG
Zur Übersicht WISSENSCHAFT



 Titelseite
 Deutschland
 Ausland
 Wirtschaft
 Vermischtes
 Sport
 Entertainment
 Internet
 Feuilleton
 Auto & Technik
 Arbeit & Beruf
 Medien
 Wetter
 Reise


 NZ-Services
 · Executive Jobs
 · Podcast
 · RSS-Feed
 · Vorlagen/    Downloads
 · News per SMS
 · Leser Top 10
 · 24 Stunden
 · Stellenmarkt
 · Suche
 · Archiv
 weitere Services


 Verlagsbeilagen
 · Elitepartner
 » Verlagsbeilagen 


 Über uns
 Bilderschau
 NZ-Audio
 Stellenangebote
 Leserbriefe
 Mediadaten

Die ersten Bauern Amerikas
18. Mai 2001 16:51

Mais-Pollen sind die ersten Zeugnisse von Landwirtschaft in Mittelamerika
Foto: web
Ein paar Pollenkörner, die Wissenschaftler im Schlamm fanden, revolutionieren das Bild von der Entwicklung der Landwirtschaft in Amerika.
 
BERLIN. So manche wissenschaftliche Erkenntnis ist eher ein Ergebnis des Machbaren als objektive Wahrheit. Molekularbiologen forschen bevorzugt an Genen, die leicht zu «handlen» sind, über Goethe gibt es mehr Quellen als über Aischylos - und deshalb auch mehr wissenschaftliche Veröffentlichungen. Und auch Archäologen suchen bevorzugt dort, wo sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch etwas erhalten hat: in trockenen Gebieten beispielsweise, wo der biologische Verfall deutlich langsamer vonstatten geht als etwa in feuchtheißem Klima.

Archäologische Klimakatastrophen

Mehr in der Netzeitung:
  • Die älteste Stadt Amerikas 27. Apr 2001 07:32
  • Auf die Suche nach einer objektiveren Sichtweise der amerikanischen Geschichte machten sich jetzt Wissenschaftler in Mittelamerika. Sie hinterfragten die bisher anerkannte Theorie vom Ursprung der amerikanischen Landwirtschaft im mexikanischen Hochland. An der feuchtheißen Küste erhalten sich Fossilien, Gebäudereste, Werkzeuge und vieles mehr deutlich schlechter als im trockenen Hochland. Also suchte man bevorzugt an den Stellen, die nicht von solchen «archäologischen Klimakatastrophen» betroffen waren - und fand jene Zeugnisse, die das bisherige Bild der Geschichte Mittelamerikas mit bestimmten.

    Im mexikanischen Hochland sollte alles angefangen haben. So sagten es jedenfalls die bisherigen Daten. Für Kevin O. Pope und seine Kollegen nicht so ganz nachzuvollziehen, stammte doch die erste bekannte mittelamerikanische Hochkultur von der feuchtheißen Golfküste: Dort lebten die Olmeken, nachweislich schon um 1300 vor Christus, im Tiefland des heutigen Veracruz und Tabasco. Die Wissenschaftler suchten nun dort auch nach Zeugnissen früher Landwirtschaft. Und eine Besonderheit des Untergrundes in San Andres half: Die Ablagerungen aus den für die Forscher interessanten Zeitabschnitten liegen zum großen Teil unterhalb des derzeitigen Grundwasserspiegels. Weil dort kaum Sauerstoff hin gelangt, bleiben hier trotz tropischen Klimas so genannte Mikrofossilien, hauptsächlich Pollenkörner, außerordentlich lange erhalten.

    Mais um 5100 vor Christus

    Mehr im Internet:
    Das älteste für die Forscher interessante Pollenkorn stammt etwa aus dem Jahr 5100 vor Christus: Pollen von Maispflanzen, die kultiviert worden sein müssen, denn wilden Mais gibt es an der Tabasco-Küste nicht. Zur gleichen Zeit fanden die Forscher die ersten eindeutigen Hinweise auf Waldrodungen. Damit muss die bisherige Meinung, dass die Mais-Kultivierung um 4000 vor Christus im Hochland in der Gegend von Oaxaca begann, wohl revidiert werden.

    Viel größere Mais-Pollen finden sich bereits hundert Jahre später: Ein Hinweis auf erfolgreiche Zucht oder auch «Import» von ertragreicheren Maissorten. Die Landwirtschaft scheint in jener Zeit eine rasante Entwicklung genommen zu haben. Schon um 4800 v. Chr. finden sich Hinweise auf weitläufige Rodungen und Mais-Kultivierung.

    Indirekter Handel mit Amazonas-Bewohnern

    Olmeken-Statue
    Foto: chicano
    In einer mit der C14-Methode auf 4600 vor Christus datierten Erdschicht fand sich ein einzelnes Maniok-Pollenkorn. Wahrscheinlich haben die möglichen Vorfahren der Olmeken auch diese bis heute in Mittel- und Südamerika weit verbreitete Kulturpflanze angebaut. Wahrscheinlich war dieser Maniok auch ein «Import», der aus dem Amazonas-Becken ins heutige Mexiko gelangte – was bei all den Antworten doch wieder eine neue Frage aufwirft: Wenn die Landwirtschaft in der Neuen Welt nun offensichtlich doch in einer feuchtheißen Tieflandgegend erfunden wurde, wo genau geschah es dann zum ersten Mal? In Tabasco, im Amazonas-Becken, anderswo? Auch hier wird die Antwort wohl wieder ein bisschen dadurch beeinflusst sein, was «machbar», also erforschbar, ist.





    bwin Jetzt 10 EUR Wettbonus kassieren!


     

    « Mehr aktuelle Nachrichten aus dem Ressort Wissenschaft
    Drucken
    Artikel versenden
    Meistgelesen
    Bilderschauen
    Duell mit
    Tradition

    Real gegen
    Bayern in
    Bildern
    Von blond
    zu kahl

    Bilderschau:
    Spears'
    Stilwandel
    Samba, Sam-
    ba, Samba

    Bilder vom
    Karneval
    in Rio
    Aktuell bei Golem.de

    NZ-Suche
     


    Anzeige

    zum Seitenanfang


    Titelseite | Deutschland | Ausland | Wirtschaft | Vermischtes | Sport | Entertainment | Internet
    Feuilleton |  Wissenschaft | Auto & Technik | Arbeit & Beruf | Medien | Wetter | Reise | Spezial | Suche
    Podcast | RSS-Feed | NZ-Mobil | Die letzten 24h | Desktop-Schlagzeilen | Newsletter
    Leserbriefe | Leser Top 10 | Über uns
     

    Chefredakteure: Michael Angele und Matthias Ehlert  |  Impressum  |  Mitarbeiter  |  Kontakt  |  Mediadaten  |  Audio-News
     
    NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
    Alle Rechte © 2007 NZ Netzeitung GmbH
     
    IT & Security by Procado
     
    [ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
    Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.