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Aufbau des europäischen Navigationssystems: 

Galileo-Testsatellit startet erfolgreich

27. Apr 2008 14:31
Der Testsatellit startet erfolgreich in Baikonur
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Der Erdtrabant hat seine Umlaufbahn erreicht. «Galileo sichert die Unabhängigkeit Europas bei der Satellitennavigation», sagte der Koordinator der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt, Hintze, nach dem Start.

Für den geplanten Aufbau des europäischen Satelliten-Navigationssystems Galileo ist vom Weltraumbahnhof Baikonur (Kasachstan) der zweite Testsatellit ins All gestartet. Um 03.55 Uhr deutscher Zeit am Sonntag setzte die Sojus-Trägerrakete den Giove-B sicher in seiner Umlaufbahn ab, wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin mitteilte.

Der Erdtrabant soll aus 23.000 Kilometern Höhe wichtige Daten für den Aufbau des Galileo-Systems liefern. Das System aus 30 Satelliten und mehreren Bodenstationen soll bis 2013 betriebsbereit sein.

Der Parlamentarische Staatssekretär und Koordinator der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt, Peter Hintze (CDU), beglückwünschte die Esa zu dem Start. «Galileo sichert die Unabhängigkeit Europas bei der Satellitennavigation», sagte er. Das Projekt sei auf gutem Weg. 2005 war der Giove-A zur Vorbereitung des Galileo-Aufbaus ins All geschickt worden, der in wenigen Monaten abgeschaltet werden soll.

Navigationssystem in Russland

Das Europaparlament hatte am Mittwoch in Straßburg mit großer Mehrheit grünes Licht für die Ausschreibungen zu diesem größten Industrieprojekt Europas gegeben. Die EU-Kommission will zusammen mit der Europäischen Raumfahrtbehörde Esa die Aufträge für das 3,4 Milliarden Euro teure Vorhaben noch vor der Sommerpause ausschreiben.

Auch Russland arbeitet am Aufbau eines Navigationssystems mit dem Namen Glonass, das sich zuletzt aber immer wieder verzögerte. China plant ein ähnliches Projekt mit der Bezeichnung Compass.

EU-Kommission zerstreut deutsche Bedenken

EADS Astrium Satellites und der italienischen Thales Alenia Space bauten den 700 Kilogramm schweren Giove-B, wie die Agentur Interfax in Moskau meldete. Der künstliche Erdtrabant hat eine hochpräzise Atomuhr an Bord. Neben der Überprüfung neuer Technik im Erdorbit dient diese Satellitenmission auch der Vermessung und Bestimmung der Umlaufbahnen für die zukünftigen Galileo-Satelliten.

Deutschland als großer Nettozahler der EU war im vergangenen Jahr noch entschieden gegen die EU-Finanzierung des Projekts. Die EU-Kommission konnte aber Bedenken zerstreuen, dass deutsche Unternehmen bei der Umsetzung zu kurz kommen könnten.

Am DLR-Standort Oberpfaffenhofen wird gegenwärtig eines der beiden für den späteren Betrieb des Systems verantwortlichen Kontrollzentren aufgebaut. Ein Expertenteam im italienischen Kontrollzentrum Fucino steuert den Giove-B. (AP/dpa)


 
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