Träume beeinflussen:
Aktive Sex- und Flugträume
21.04.2008
Herausgeber: netzeitung.de
In den Klarträumen fühlen sich die Welt und der eigene Körper ähnlich an wie im Wachzustand: «Im Traum ist die Welt real.» Manchmal schleichen sich allerdings auch bizarre Elemente ein - dass man etwa durch eine Wand laufen oder eben fliegen kann. Kneifen tut in einem Klartraum nicht so weh, und das Lesen längerer Texte ist nur schwer möglich, wie der Traumforscher berichtet. «Es geht eher um motorische Fähigkeiten.» Insgesamt gelten die lenkbaren Träume im Vergleich zu normalen Träumen als lebendiger und gefühlsintensiver.
Auch bei Psychotherapien können luzide Träume gezielt eingesetzt werden - etwa um Konflikte zu lösen. Und Sportler können im Traum Bewegungsabläufe trainieren. Neben dem wissenschaftlichen Aspekt spiele aber auch der «Spaßfaktor» eine große Rolle, berichtet der Forscher: «Wer positive Träume hat, hat auch eine bessere Tagesstimmung.» Im Buddhismus - dort werden Klarträume schon lange als Form der Meditation praktiziert - dienen sie der spirituellen Entwicklung. Schließlich solle man die Zeit, in der man schläft, nicht ungenutzt verstreichen lassen, heißt es dort.
Ob jeder Klarträume haben kann, ist bisher unklar. Mit viel Geduld und einem etwa vierwöchigen Training kann man es aber probieren - das hat auch Schredl selbst getan. «Man braucht Ausdauer, um es zu erlernen. Und man muss regelmäßig trainieren, damit es bleibt.» Es gibt verschiedene Techniken: So kann man vor dem Einschlafen den Satz «Heute Nacht werde ich einen luziden Traum haben» wiederholen oder sich mehrmals am Tag die Frage stellen «Träume ich oder bin ich wach?» Sinn sei es, das Hinterfragen des eigenen Bewusstseinszustands auch im Traum zu ermöglichen.
Eine wichtige Voraussetzung für das luzide Träumen ist, sich überhaupt an Träume erinnern zu können. Studien haben gezeigt: Menschen, die regelmäßig meditieren, haben öfter Klarträume, und Frauen häufiger als Männer. Dennoch ist die Häufigkeit mit einem luziden Traum im Monat relativ gering. (Julia Ranniko, dpa)

