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Forschung auf Borneo: 

Rätsel um Zwergelefanten gelöst

17. Apr 2008 15:27
Zwergelefanten auf Borneo haben überlebt
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Ein folgenreiches Mitbringsel: Der Sultan von Java schenkte einst vermutlich dem Sultan von Sulu einige Zwergelefanten, der sie auf die Insel brachte. Sie überlebten ihre Artgenossen auf Java. Mit Video

Die auf Borneo lebenden Zwergelefanten sind möglicherweise Nachkommen einer ausgestorbenen Art, die einst auf der indonesischen Insel Java existiert hat. Die heutige Population hat sich nach neuesten Erkenntnissen von Wissenschaftlern aus einer kleinen Gruppe Tiere entwickelt, die im 18. Jahrhundert von Java nach Borneo gebracht wurde. Dies geht aus einer Studie hervor, die am Donnerstag in der malaysischen Fachzeitschrift «Sarawak Museum Journal» veröffentlicht wurde.


Auf Borneo gab es ursprünglich keine Elefanten. Dass sie Nachkommen der Tiere auf Java sein könnten, wird nach Angaben der Wissenschaftler von DNS-Proben und archäologischen Funden gestützt. Sollte sich die These bestätigen, würde dies der Studie zufolge zeigen, dass winzig kleine Populationen großer Säugetiere vor dem Aussterben bewahrt werden könnten, indem einzelne Tiere einer bedrohten Art in einen anderen, sichereren Lebensraum gebracht werden.

Junaidi Payne, ein Koautor der Studie, erklärte, der Sultan von Java habe dem Sultan von Sulu auf den Philippinen damals vermutlich einige Zwergelefanten geschenkt. Der Sultan von Sulu habe die Tiere dann nach Borneo gebracht und sie dort aus unbekannten Gründen zurückgelassen. Auf Java starben die Zwergelefanten Ende des 18. Jahrhunderts aus, den einzelnen Exemplaren auf Borneo scheint die Isolation hingegen gut bekommen zu sein.

Kindliches Gesicht und längerer Schweif

Die Zwergelefanten von Borneo sind mit 2,5 Metern Höhe kleiner als asiatische Elefanten, deren männliche Tiere drei Meter messen. Sie haben ein kindliches Gesicht, große Ohren und einen längeren Schweif. Außerdem wirken sie rundlicher und sind weniger aggressiv. Heute gibt es auf Borneo noch etwa 1000 freilebende Zwergelefanten, die meisten im malaysischen Staat Sabah.

Koautor Payne erklärte, ein einziges fruchtbares weibliches und ein fruchtbares männliches Tier könnten — sofern sie ungestört in einem positiven Umfeld lebten — theoretisch in weniger als 300 Jahren zu einer Population von 2000 Elefanten führen. «Und das ist möglicherweise hier in der Praxis passiert», sagte Payne, der für die Organisation World Wide Fund for Nature (WWF) arbeitet.

Christy Williams, Koordinator des WWF-Programms für asiatische Elefanten und Nashörner, sprach von einer faszinierenden Geschichte. Das mache Mut, solche Vorhaben für die verbliebenen kleinen Populationen von gefährdeten Nashörnern anzugehen, sagte er. Die Insel Borneo teilen sich Indonesien, Malaysia und das Sultanat Brunei. Die Insel Java liegt 350 Kilometer entfernt. (Vijay Joshi, AP)

Elefanten auf Borneo

 
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