09. Apr 2008 13:00
Ernährungsexperten streiten darüber, ob eine ausgewogene Ernährung den Magnesiumbedarf eines Menschen decken kann. Fehlt der Mineralstoff, altern Zellen wesentlich schneller, wie Forscher nun beobachtet haben.
Wissenschaftler der Universität von Kalifornien in Berkeley haben nun in Laborversuchen herausgefunden, dass Magnesiummangel auch die Zellalterung beschleunigt und bei chronischer Unterversorgung typische Alterserkrankungen wie Arteriosklerose, Bluthochdruck oder Osteoporose begünstigen oder sogar verschlimmern kann. Das Team um David Killilea und Bruce Ames berichtet darüber in der aktuellen Ausgabe der «Proceedings» der US-Akademie der Wissenschaften (DOI: 10.1073/pnas.0712401105).Die Wissenschaftler untersuchten Kulturen von menschlichen Fibroblasten, die ein wichtiger Bestandteil des menschlichen Bindegewebes sind. Dabei beobachteten sie, dass sich die Zellen, die über längere Zeit in Magnesiummangel gehalten wurden, zwar normal teilten, aber wesentlich schneller alterten als die Zellkulturen in normalen Magnesiumkonzentrationen.
Die Autoren vermuten, dass der Magnesiummangel zu einer vorzeitigen Verkürzung der so genannten Telomere in den Zellen führt. Das sind für die Zellteilung wichtige DNS-Sequenzen, die die Enden der Chromosomen schützen. Mit jeder Zellteilung verkürzen sich diese Telomere, bis die Zelle sich nicht mehr teilen kann und der programmiere Zelltod einsetzt. Eine Fehlfunktion dieser DNS-Abschnitte steht mit Alterungsprozessen und Krebsentstehung in enger Verbindung.
Der menschliche Organismus enthält etwa 24 bis 28 Gramm Magnesium. Mehr als zwei Drittel davon sind in Muskulatur und Skelett gespeichert. In der Nahrung ist Magnesium vor allem in grünem Gemüse, Brot und Mineralwasser enthalten. Erwachsene sollten pro Tag etwa 300 Milligramm des Minieralstoffes zuführen, was laut Ernährungswissenschaftlern mit einer ausgewogenen Kost erreicht werden kann. Andere Ernährungsstudien gehen allerdings davon aus, dass 20 bis 40 Prozent der Bevölkerung an einem latenten Magnesiummangel leiden. Zu Mangelerscheinungen kann es vor allem bei einseitiger oder mangelnder Ernährung kommen, so leiden etwa ein Drittel der Intensivpatienten an Magnesiummangel. Auch körperliche Belastungen wie Sport, Stress oder chronischer Alkoholkonsum lassen den Magnesiumspiegel deutlich sinken. (nz)