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Gefahren beim Kaiserschnitt: 

Geburtstermin auf Wunsch

19. Mrz 2008 12:37
Nicht immer ist ein Kaiserschnitt für die Geburt eines Kindes wichtig
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Ob auf natürliche Weise entbunden wird oder das Kind per Kaiserschnitt geholt wird, wird immer mehr zur Entscheidungsfrage. Doch nicht immer ist ein medizinischer Eingriff notwenig und sinnvoll.

Eine Geburt beginnt normalerweise spontan. Manchmal kommt der Nachwuchs zum berechneten Stichtag, meistens allerdings nicht. Ganz anders ist das bei einem Kaiserschnitt auf Wunsch: Da weiß die werdende Mutter schon Wochen im Voraus, an welchem Tag sie ihr Baby endlich in den Armen halten wird. Die Risiken einer solchen Operation sind in den vergangenen Jahren stark gesunken, die Entscheidung sollte dennoch gut überlegt werden.

«Konflikte und Komplikationen kann es sowohl bei der vaginalen als auch bei der Kaiserschnittgeburt geben», sagt Edith Wolber vom Bund Deutscher Hebammen in Karlsruhe. «Bei einem geplanten Kaiserschnitt wird das Kind in der Regel zwei bis drei Wochen vor der eigentlichen Geburt geholt», nennt sie einen Nachteil.

Ein weiterer sind die Kosten: Ein Kaiserschnitt ist doppelt so teuer wie eine normale Geburt und wird als Wunschkaiserschnitt normalerweise nicht von den Krankenkassen bezahlt. Eine Indikation wird jedoch meist gefunden. «Die Kassen tun sich schwer, die Indikationen der Ärzte anzuzweifeln», so Wolbers Erfahrung.

Die Schmerzen kommen immer

Stundenlang in den Wehen zu liegen scheint für viele werdende Mütter heute eine unangenehmere Vorstellung als die einer Operation mit Bauchschnitt. «Dabei wird der Schmerz nur zeitlich verschoben», sagt Wolber. «Der Geburtsschmerz wird eingetauscht gegen Schmerzen nach der Geburt.» Angst sei eine völlig normale Reaktion die zu jeder Lebensveränderung gehöre. «Die Angst mit Mitteln der Technik zu umgehen, kann nicht unbedingt die Lösung sein.»

Bei einem Kaiserschnitt bleiben die üblichen Risiken einer großen Operation: Narkose, Thrombosegefahr oder Infektionen. «Das Todesfallrisiko der Mutter ist weitgehend vergleichbar mit dem bei einer normalen Geburt», sagt Professor Klaus Vetter von der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe in Berlin.

Vorübergehende «Anpassungsstörungen» beim Säugling

Für den Säugling besteht beim Kaiserschnitt vor allem das Risiko einer gestörten Anpassung der Atmung. «Da der Säugling nicht durch den Geburtskanal gezwängt wird, kann das Fruchtwasser ungenügend aus der Lunge gepresst werden», erklärt Vetter. Hier kann es zu vorübergehenden «Anpassungsstörungen» kommen. Stillen könne man sein Kind aber auch nach einem Kaiserschnitt schon am Tag der Geburt.

Schwierigkeiten kann es allerdings geben, wenn bei weiteren Schwangerschaften die Geburt vaginal erfolgen soll. «Nach dem Eingriff hat die Frau natürlich ein Loch in der Gebärmutter und diese Narbe kann bei der nächsten Schwangerschaft unter den Wehen platzen», erklärt Vetter. Bei einer erneuten Schwangerschaft könne auch die Plazenta vor den Ausgang der Gebärmutter rutschen oder mit deren Muskulatur verwachsen. «Will die Frau also mehrere Kinder haben, sollte sie sich solcher schwerwiegender Probleme bewusst sein.»

Kaiserschnitt ist eine normale Operation

Dennoch ist die Option auf einen Kaiserschnitt als Alternative zur vaginalen Geburt für viele Frauen eine enorme Entlastung. «Viele Frauen werden erst schwanger, wenn der Druck vaginal gebären zu müssen, nicht auf ihnen lastet», sagt Wolfgang Cremer, Landesvorsitzender des Berufsverbandes der Frauenärzte in Hamburg. «Oft tun dann die Hormone in der Schwangerschaft ihr übriges und die Frauen wollen letztendlich doch lieber eine natürliche Geburt.»

«Jede werdende Mutter sollte individuell betreut und achtsam über die Folgen eines Kaiserschnittes aufgeklärt werden», rät Katrin Mikolitch, Ärztin und Gründerin des Kaiserschnitt-Netzwerkes in Düsseldorf. Sie empfiehlt, die individuelle Angst vor einer vaginalen Geburt zu ergründen und ihr einen Raum zu geben: «Die Angst muss erst einmal da sein dürfen, damit sie sich auch verändern kann.»

Mutter-Kind-Bindung bleibt wichtig

Dann könne herausgefunden werden, woher die Angst kommt und wie man sie bearbeiten kann. «Die Geburt ist Spiegel der eigenen Biografie», sagt Mikolitch. «Manchmal kommt die Angst daher, dass bei der Frau das Vertrauen in den eigenen Körper abhanden gekommen ist.» Ärzte, Hebammen und Müttergruppen können bei der Auseinandersetzung mit der Angst helfen - je früher und intensiver die Begleitung ist, desto besser.

Sowohl nach einem gewünschten als auch nach einem medizinisch notwendigen Kaiserschnitt kann die Mutter-Kind-Bindung durch Baderituale gestärkt werden. Wird der Säugling nach einem Bad noch nackt und nass auf den nackten Oberkörper der Mutter gelegt, erinnert das an die ersten ungestörten Minuten nach einer Geburt. So wird wichtige Nähe hergestellt. (Miriam Braun, dpa)

 
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