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Studie von US-Wissenschaftlern: 

Sommerzeit erhöht den Stromverbrauch

05. Mrz 2008 18:29
Kilowattstunden sparen: Mit einer Zeitumstellung ist es nicht getan
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Sie wurde eingeführt, um Energie sparen zu helfen. Doch in Privathaushalten hat die Sommerzeit genau den gegenteiligen Effekt, zumindest im US-Bundesstaat Indiana.

Die Umstellung auf die Sommerzeit bringt Privathaushalten nicht die erhoffte Energie-Ersparnis, sondern erhöht deren Stromverbrauch. Zu diesem Ergebnis kommen zumindest kalifornische Wissenschaftler, die im US-Staat Indiana über drei Jahre hinweg die Stromzählerstände von mehr als sieben Millionen Privathaushalten ausgewertet haben. Der Energieverbrauch der Haushalte in Indiana stieg demnach mit der Zeitumstellung um ein bis vier Prozent an, wie die Wirtschaftswissenschaftler Matthew Kotchen und Laura Grant von der Universität von Kalifornien in Santa Barbara ausgerechnet haben.

Die Ergebnisse der Studie sind noch vorläufig. «Wir können durch diese Zahlen ganz klar belegen, dass die Zeitumstellung den Privathaushalten keine Energieersparnis einbrachte», sagte Grant jedoch auf Anfrage. Die Einwohner Indianas zahlten für den zusätzlichen Energieverbrauch rund 8,6 Millionen US-Dollar (5,7 Millionen Euro) pro Jahr. Die Verfasser der Studie kalkulierten zudem die Kosten der stärkeren Umweltverschmutzung für die Gemeinschaft auf jährlich 1,6 bis 5,3 Millionen Dollar.

Indiana erwies sich als ideales Untersuchungsgebiet, weil dort die Sommerzeit erst 2006 flächendeckend eingeführt worden war. Zuvor hatten nur 15 der insgesamt 92 Bezirke die Uhren im März verstellt, um eine Stunde Tageslicht am Abend zu gewinnen. Nach der statistischen Analyse gab es zwar «geringfügige Einsparungen im Frühjahr, aber einen umso stärkeren Stromverbrauch im Spätsommer und Herbst». Die Forscher führen dies auf einen erhöhten Heizbedarf in den dunklen Morgenstunden und die stärkere Benutzung von Klimaanlagen an den längeren Nachmittagen und warmen Sommerabenden zurück.

Die vom Hauptenergieversorger zur Verfügung gestellten Vergleichsdaten bezogen sich allerdings nur auf Privathaushalte. Industrieanlagen und andere Wirtschaftsbereiche wurden nicht in die Berechnungen eingezogen. «Wir vermuten, dass sich die meisten kommerziellen Unternehmen an normale Arbeitszeiten bei Tageslicht halten und daher weniger von der Sommerzeit-Umstellung betroffen sind als Privathaushalte», sagte Grant. Die Forscher wollen in zukünftigen Studien auch den Energieverbrauch von Industrie und Gewerbe in ihre Berechnungen einbeziehen und Daten aus anderen US-Staaten auswerten.

«Trotz ihrer langen Geschichte und dem Einsatz der Sommerzeit zum Energiesparen in den USA und mehr als 70 anderen Ländern weltweit, gibt es überraschend wenig Studien, die sich damit beschäftigen, ob die Zeitumstellung tatsächlich energiesparend ist», schreiben die Forscher in ihrer Studie. Sie würden sich aber keineswegs für die Abschaffung der Sommerzeit aussprechen, selbst wenn der Spareffekt ausbleibe, betonte Grant. Es gebe andere Vorteile, etwa «mehr Tageslicht nach der Arbeit für Freizeitvergnügen».

In Deutschland beginnt die diesjährige Sommerzeit in der Nacht zum 30. März, die Uhren werden eine Stunde vorgestellt. (dpa)


 
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