03.03.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Infizierte Mücken übertragen Malaria
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Schweizer Forscher haben einen Erkenntnis-Durchbruch erreicht: Erwachsene in Risikogebieten entwickeln einen Antikörper auf die toxischen Zuckermoleküle. Damit wird die Wirkung der Tropenkrankheit geblockt.
Ein Schweizer Wissenschaftler hat herausgefunden, dass Erwachsene eine spezifische Immunantwort auf die toxischen Zuckermoleküle des Malariaerregers entwickeln. Damit sei ein wichtiger Schritt in Richtung einer Impfung auf Zuckerbasis gemacht, teilte die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) Zürich am Sonntag mit.
Der Malariaerreger Plasmodium falciparum trägt auf seiner Oberfläche verschiedene giftige Zuckermoleküle. Das Team von Professor Peter Seeberger entwickelte nun eine neue Methode, mit der gezeigt werden kann, dass diese Moleküle eine spezifische Immunantwort in Erwachsenen auslösen. Eine Erkrankung ist zwar trotz der Antikörper möglich, aber die Konsequenzen sind weniger schwerwiegend. Das Immunsystem erkennt die giftigen Zuckermoleküle als Fremdkörper und blockt deren toxische Wirkung.
Natürliche ResistenzBei Europäern, die nicht in Risikogebieten leben, fehlen die entsprechenden Antikörper. Sobald europäische Probanden aber mit Malaria infiziert werden, nimmt die Anzahl der Antikörper stark zu. Dank der neuartigen Methode können die Wissenschaftler jetzt gezielt jene Zuckermoleküle herstellen, die das Immunsystem erkennen muss. Die damit gewonnenen Erkenntnisse zur natürlichen Resistenz sind sehr wichtig, um einen Malaria-Impfstoff auf Zuckerbasis zu entwickeln.
Dies könnte laut ETH insbesondere Kindern in Malariagebieten zugute kommen. Die Millionen Malariaopfer sind hauptsächlich Kleinkinder unter fünf Jahren, weil nur Erwachsene Antikörper gegen die Zucker des Malariaerregers bilden. Die Forschungsergebnisse wurden am Sonntag online im Fachmagazin «Nature Chemical Biology» veröffentlicht. (AP)