Saatgutbank auf Spitzbergen: 

netzeitung.deTresor für die Pflanzen der Welt eröffnet

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Riesige Stollen wurden in den Permafrostboden von Spitzbergen gegraben (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Riesige Stollen wurden in den Permafrostboden von Spitzbergen gegraben
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Sollte die Erde von großen Überschwemmungen oder Atomexplosionen heimgesucht werden, ist die Menschheit bald ein wenig darauf vorbereitet. In einem Bunker werden alle Samen von Nutzpflanzen eingelagert.

Die weltgrößte Saatgutbank ist am Dienstag auf der Polarinsel Spitzbergen offiziell eröffnet worden. In den tiefgekühlten Kammern sollen künftig Pflanzensamen aus aller Welt zur Zukunftssicherung gegen Katastrophen lagern. Zur Eröffnung des riesigen Pflanzentresors in einem Berg nahe der Stadt Longyearbyen trug Norwegens Ministerpräsident Jens Stoltenberg am Dienstag Samen von Nutzpflanzen in die dauerhaft auf minus 19 Grad gekühlten Lagerhallen. Auch EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und die kenianische Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai waren bei der Eröffnung anwesend.

«Angesichts des Klimawandels und anderen Kräften, die die biologische Vielfalt auf unserem Planeten bedrohen, ist Norwegen stolz, eine zentrale Rolle zu spielen», sagte Stoltenberg. Dabei gehe es nicht nur um den Schutz von Pflanzensamen, sondern um die Bewahrung der Grundpfeiler der menschlichen Zivilisation, erläuterte der Regierungschef.

Bis zu 4,5 Millionen Samen sollen in der Saatgutbank für alle Zeiten eingelagert sein, um das Verschwinden von Kulturpflanzen wie Reis, Mais, Bohnen oder Kartoffeln durch Katastrophen aller Art zu verhindern. Alle Regierungen können Samen einreichen. Der symbolische Anfang wurde am Dienstag mit einer Kiste von Reissamen aus 104 Ländern gemacht.

Die in 130 Meter Höhe in einen von ewigem Frost gekühlten Berg gesprengten Lagerhallen sollen einen Atomkrieg und auch gigantische Überschwemmungen unbeschadet überstehen. Die Kosten für den Bau der globalen Saatgutbank über umgerechnet 6,3 Millionen Euro trägt die Regierung von Norwegen, zu dem Spitzbergen gehört. Betrieben wird die Samenbank vom Welttreuhandfonds für Kulturpflanzenvielfalt, der von der Welternährungsorganisation (FAO) und einer römischen Forschungseinrichtung, Internationale Biodiversität, gegründet wurde. (nz/AP/dpa)