Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Natürliche Energiegewinnung: 

Photosynthese für alle

18. Feb 2008 10:32
Pflanzliche Energiegewinnung
Bild vergrößern
Nach dem Vorbild der Photosyntese wollen Wissenschaftler künftig Energie gewinnen. Die Minikraftwerke könnten Solarzellen ersetzen.

US-Forscher haben die Kraftwerke in den grünen Blättern von Pflanzen nachgebaut, die Sonnenstrahlen zur Energiegewinnung nutzen. Der Prototyp des künstlichen Energieumwandlers sei zwar noch ineffizient, berichtete Thomas Mallouk von der Penn State University, aber letztlich könnten Systeme möglich sein, die zehn bis 15 Prozent der Sonnenenergie umwandelten. Das entspricht etwa der Größenordnung heutiger Solarzellen. Das Team stellte das Mini-Kraftwerk am Sonntag auf der Jahrestagung des US- Wissenschaftsverbands AAAS in Boston vor.

Das winzige Solarkraftwerk sammelt Sonnenenergie und nutzt die Energie zur Wasserspaltung wie es auch in Blättern geschieht. In Blättern, Nadeln und Algen nehmen Farbstoffe die Energie der Sonnenstrahlen auf. Diese wird über mehrere Stufen auf ein Reaktionszentrum geleitet, das Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff spaltet. Genau dieses Prinzip haben Mallouk und Kollegen künstlich nachgebaut - allerdings in wesentlich einfacherer Ausführung. Zudem nutzen Pflanzen in ihren Kraftwerken noch viele weitere Reaktionen.

Die Forscher verwendeten orange-rote Farbstoffe, um Lichtenergie einzufangen. In einem Reaktionszentrum aus Iridiumoxid wird damit Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten. Zugleich sorgten die Forscher dafür, dass die beiden Endprodukte nicht sofort wieder miteinander reagieren.

Das System erreiche eine Effizienz von 0,3 Prozent. «Die Natur hat nur eine Effizienz von ein bis drei Prozent mit der Photosynthese», erläuterte Mallouk. Daher seien diese Systeme nicht für Energieversorgung im Haus oder Autoantriebe zu nutzen. Die Forscher möchten jedoch noch viel an ihrem winzigen Solarkraftwerk verbessern: die Farbstoffe, das Reaktionszentrum und die Struktur.

Die Minisolarkraftwerke könnten dann eine Alternative zu herkömmlichen Solaranlagen darstellen. Die Herstellung photovoltaischer Solarzellen ist ein chemischer Prozess, bei dem gasförmige, flüssige und feste Chemikalien zum Einsatz kommen, die gesundheits- und umweltschädlich sind. Der Fertigungsprozess ist zudem sehr energieintensiv. (dpa)

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
 
Weltraumteleskop «Fermi»: 
Bilder kosmischer Katatrophen
Neue Berechnungen von Astronomen: 
Sterne entstehen neben Schwarzen Löchern
 
20-Millionen-Euro-Projekt: 
Kohlendioxid wird unter die Erde gekehrt
 
Neuentwicklung aus den USA: 
Mit der Zunge elektronische Geräte steuern
Fit im Alter: 
Der Demenz davonlaufen
 
Freiheit gegen D-Mark: 
DDR-Unterhändler Vogel ist tot
Erinnerungen einer Zeitzeugin: 
«Du auch!» – Das Ende des Prager Frühlings
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.