15. Feb 2008 15:28
Ernüchternd deutlich hat sich Medizin-Nobelpreisträger David Baltimore zu den Chancen auf einen Impfstoff gegen Aids geäußert. Es sei ein ungleicher Kampf gegen die Natur, sagte er.
Unter den Wissenschaftlern sei da wenig Hoffnung, sagte Baltimore und verwies darauf, dass dennoch mit großer Anstrengung nach einem Impfstoff gesucht werde. HIV habe aber Wege gefunden, das menschliche Immunsystem komplett auszutricksen. «Das ist eine große Herausforderung, denn um HIV immunologisch zu kontrollieren, muss die Wissenschaft die Natur, die mit dem Vorteil von vier Milliarden Jahren Evolution antritt, besiegen», sagte der Medizinnobelpreisträger.Inzwischen gebe es neue Ansätze aus der Gen- und Stammzelltherapie, die aber alle noch am Anfang stünden, sagte Baltimore. «Im menschlichen Organismus gibt es nur einen einzigen Versuch, Gene in Stammzellen zu verändern. Wir sind dabei Viren, so genannte Vektoren, zu entwickeln, die diese Gene einschleusen um einen therapeutischen Vorteil zu entwickeln.»
David Baltimore gilt als einer der weltweit führenden HIV-Experten. Er arbeitet am California Institute of Technology mit Unterstützung der Gates-Foundation an Wegen, das menschliche Immunsystem genetisch gegen Erreger wie das HI-Virus aufzurüsten. Im Jahre 1975 wurde ihm der Medizin-Nobelpreis für die Entdeckung der reversen Transkriptase verliehen. Das Enzym benutzt unter anderem das HI-Virus um sich in menschlichen Zellen zu vermehren. (nz)