Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Raumfahrt: 

«Columbus» an ISS angedockt

11. Feb 2008 23:31
Die 'Columbus' ist an der ISS angedockt
Bild vergrößern
«Columbus» hat an der Internationalen Raumstation ISS angelegt. Ein NASA-Sprecher sieht darin die Ankunft des Weltraumlabors in der «Neuen Welt».

Nach jahrelangem Warten hat das europäische Weltraumlabor «Columbus» seinen Platz an der Internationalen Raumstation ISS gefunden. Das 13 Tonnen schwere Labor wurde am späten Montagabend (MEZ) von einem riesigen Roboterarm aus der Raumfähre «Atlantis» gehoben und an seinen Platz an der ISS transportiert. ««Columbus» ist jetzt offiziell Teil der ISS», sagte ein Sprecher der US-Weltraumbehörde NASA. An diesem Dienstag wird der Franzose Léopold Eyharts (51) erstmals das Labor betreten und die Systeme für Strom und Wasser hochfahren. Für die europäische Raumfahrt beginnt damit ein neues Kapitel.

Mehr in der Netzeitung:
  • Europas «Eigentumswohnung» im All 07. Feb 2008 07:48
  • All statt Vorruhestand 06. Dez 2007 09:09
  • «Gute Arbeit geleistet», sagte ein NASA-Sprecher zu den beiden US- Astronauten, die in einem fast achtstündigen Außeneinsatz bei der Installation von «Columbus» die «Feinarbeit» leisteten. Der Deutsche Hans Schlegel (56), der wegen gesundheitlicher Probleme ausgefallen war, musste allerdings zuschauen. Er soll jedoch bei einem weiteren «Weltraumspaziergang» am Mittwoch mit dabei sein.

    «Columbus» als wichtigster Beitrag

    «Columbus» ist der wichtigste europäische Beitrag zur Internationalen Raumstation. Das in Bremen gebaute, 880 Millionen Euro teure Labor soll zehn Jahre lang das Verhalten von Stoffen, Einzellern und wirbellosen Tieren in der Schwerelosigkeit untersuchen. Bislang waren vor allem Amerikaner und Russen an der Raumstation fast 400 Kilometer über der Erde beteiligt.

    Wissenschafter bezeichneten das Labor als Juwel: Es enthält insgesamt sieben Nutzlastschränke für die Forschung, die Untersuchungen reichen von der Medizin bis zu Materialforschung und der Grundlagenphysik von Flüssigkeiten.

    Installation eines neuen Stickstofftanks

    «Columbus ist in der Neuen Welt angekommen», meinte ein NASA- Manager. Zuvor hatten die beiden US-Astronauten Stanley Love und Rex Walheim «Columbus» unter andrem mit Elektrokabel verbunden. Ihr Ausstieg dauerte 7 Stunden und 44 Minuten und war damit ungewöhnlich lang.

    Schlegel, der nach US-Medienberichten an Unwohlsein ähnlich einer Seekrankheit litt, geht es inzwischen besser. Eine Vertreterin der Europäischen Weltraum-Organisation (ESA) im NASA-Kontrollzentrum Houston (Texas) sagte am Montag, Schlegel werde aller Voraussicht nach an einem für Mittwoch geplanten zweiten Außenbordeinsatz teilnehmen können. Dabei geht es um die Installation eines neuen Stickstofftanks für das äußere Kühlsystem der ISS.

    Flüge über mehrere Jahre eingestellt

    Ursprünglich sollte «Columbus» bereits im Jahr 2004 ins All. Wegen der Katastrophe der Raumfähre «Columbia» wurden aber alle Flüge über mehrere Jahre eingestellt. Dann war der Start am 6. Dezember 2007 vorgesehen, musste aber wegen defekter Tanksensoren immer wieder verschoben werden.

    Das «Columbus»-Labor selbst wird nicht von der NASA, sondern vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen bei München kontrolliert. 75 Wissenschaftler und Ingenieure steuern die europäischen Aktivitäten auf der ISS. Oberpfaffenhofen koordiniert das wissenschaftliche Programm von Forschungszentren in ganz Europa und steuert die technischen Systeme des Labors von der Heizung bis zur Luft- und Wasserversorgung. (dpa)

     
    Drucken
    VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
     
    Zu weiteren Bildergalerien
    Zu weiteren Bildergalerien
    Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
     
    Reparatur an der ISS: 
    Astronautin Butterfinger im All
    Fröhliche Wissenschaften: 
    Raumfahrtchef glaubt an Aliens
     
    Folgen des Klimawandels: 
    Der November wird zum August
     
    Microsofts Gründerinitiative: 
    Kostbare Kontakte nach Redmond
    Verbraucherschutz im Rachenraum: 
    Ein Prosit auf die Mundhygiene
     
    Merkel zum 70. Jahrestag der Pogromnacht: 
    «Nie wieder eine Chance» für Antisemitismus
    Aus anderen Ressorts
    Zur Autogazette

    Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
    NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
    Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
     
    Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
     
    IT & Security by Procado
     
    [ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
    Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.