Genforschung:
Schädlinge tricksen Gentechnik aus
In den Tests untersuchte Tabashnik, welche Bt-Konzentration nötig war, um die Hälfte der Insekten zu töten. Dabei zeigte sich, dass einige in den Jahren 2003 und 2004 in den US-Bundesstaaten Arkansas und Mississippi gesammelte Baumwollkapselbohrer dafür viel mehr Bt- Gift fressen mussten als jene Insekten, die noch nie damit in Berührung gekommen waren. Sobald zehnmal mehr Gift nötig war, sprechen die Forscher von einer Resistenz.
Es ist nicht ungewöhnlich, dass Schädlinge gegen Pflanzengifte resistent werden, sagte Heinz Saedler, Direktor am Max- Planck-Institut für Züchtungsforschung in Köln. Solche Mutationen entstehen in der Natur zufällig und setzen sich durch, wenn sie den Tieren einen Überlebensvorteil bringen.
Um die Resistenzbildung zu verhindern, werden Bt-Pflanzen meist zusammen mit unveränderten Pflanzen der gleichen Sorte angebaut. Auf ihnen vermehren sich Insekten, ohne resistent zu werden. Nachkommen beider Insektentypen sollen auf jeden Fall wieder empfindlich für das Bt-Gift sein - und sterben. Kritiker zweifeln, dass dies auf Dauer funktioniert. Neue Bt-Pflanzen enthalten mehr als eine Variante des giftigen Bt-Proteins - falls ein Insekt gegen eines resistent werden sollte, soll das zweite zum Zuge kommen.
Der Konzern bietet vor allem auch in Entwicklungsländern so genanntes Terminator-Saatgut an. Dabei wird die Erbinformation von Pflanzen gentechnisch so verändert, dass nur ein einmaliges Keimen der Pflanzen möglich sein soll. Hierdurch wird verhindert, dass ein Teil der Ernte für die Aussaat im nächsten Jahr wieder verwendet werden kann. Andererseit soll es ein unkontrolliertes Ausbreiten der gentechnisch veränderten Pflanzen verhindern. Kritikern zufolge kann aber eine Ausbreitung der Terminatorpflanzen nicht hundertprozentig ausgeschlossen werden. (nz/dpa)

