05.02.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Pavian mit Nachwuchs.
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Pavianmädchen sind besser für das Leben gerüstet, wenn sie von ihren Vätern behütet werden. «Papa» beschützt die Kleinen in Konflikten und hilft bei der Nahrungssuche.
Unter väterlicher Fürsorge werden Pavianmädchen schneller erwachsen. Das haben Forscher um Jeanne Altmann von der Universität Princeton bei wildlebenden Affen am Kilimandscharo beobachtet. Vom Vater behütete Weibchen bekommen später auch mehr Nachwuchs, wie die Biologen in der Online-Ausgabe der «Proceedings of the National Academy of Sciences» (DOI: 10.1073/pnas.0711219105).
Bislang waren Verhaltensforscher davon ausgegangen, dass der Vater in Tiergesellschaften ohne feste Paarbindungen keine große Rolle für den Nachwuchs spielt. Paviane paaren sich gewöhnlich mit mehreren Artgenossen.
Die Forscher um Altmann werteten Beobachtungsdaten von 118 afrikanischen Steppenpavianen (Papio cynocephalus) aus drei Jahrzehnten aus. Überraschenderweise wurden Pavianmädchen, die unter der Obhut ihres Vaters heranwuchsen, schneller geschlechtsreif und hatten mehr Nachkommen.
Selten Vorteile für männlichen NachwuchsBei Pavianjungen hingegen wirkte sich die Anwesenheit ihres biologischen Vaters nur dann positiv aus, wenn dieser zum Zeitpunkt der Geburt einen hohen Rang in der Gruppe besaß. Die Biologen erklären ihre Beobachtung damit, dass der Vater seinem Nachwuchs in Auseinandersetzungen beisteht und bei der Futtersuche unterstützt. Dies sei besonders für Töchter hilfreich, die vor allem mit anderen Weibchen der Gruppe konkurrierten.
Gegen Weibchen kann der größere und stärkere Vater seinen Nachwuchs gut verteidigen. Söhne hingegen haben als Rivalen die Männchen der Gruppe, vor denen sie nur ein ranghöherer Vater effektiv beschützen könne. Die Biologen hatten schon früher gezeigt, dass Pavianmännchen trotz ihrer wechselnden Paarungen den eigenen Nachwuchs erkennen können und ihm in Auseinandersetzungen helfen.
Der Effekt dieses Beistands war bislang jedoch unerforscht. Die Wissenschaftler um Altmann halten es für wahrscheinlich, dass es ein ähnliches Verhaltensmuster auch bei anderen Affenarten gibt. (nz/dpa)