Wir sollen jetzt im «Anthropozän» leben
25.01.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Nun seien es vor allem die Menschen, die das Angesicht unseres Planeten prägten, schreiben die Forscher. In den vergangenen 200 Jahren habe ihre Zahl die Milliardengrenze überschritten, die Nutzung fossiler Brennstoffe begann, gigantische Städte wuchsen, Tier- und Pflanzenarten wurden ausgerottet.
Zudem sei die chemische Zusammensetzung sowohl der Atmosphäre und der Meere als auch der Eisschilde und Oberflächenablagerungen massiv verändert worden. «Ein in ferner Zukunft lebender Geologe würde mit großer Sicherheit eine neue Linie ziehen und einen neuen Namen nutzen, der verdeutlicht, wo und wann unser Einfluss sich zeigte», betont der Geologe Richard Alley von der Pennsylvania State University in State College.
Geprägt wurde der Begriff «Anthropozän» vor sechs Jahren vom Chemie-Nobelpreisträger Paul Crutzen. Er hatte betont, die Einwirkung menschlicher Aktivitäten habe die Dimension natürlicher Einflüsse erreicht. Dies solle ein neues Erdzeitalter verdeutlichen. Seither wird der Begriff «Anthropozän» regelmäßig in Fachbeiträgen, Büchern und Vorträgen genutzt. Offiziell benennen könnte eine solche Epoche aber nur die Internationale Stratigraphische Kommission (ICS). (dpa)

