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Wir sollen jetzt im «Anthropozän» leben

25. Jan 2008 15:18
Inzwischen vom Menschen geprägt: Erde
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Seit etwa 200 Jahren prägt vor allem der Mensch das Angesicht unseres Planeten. Deswegen sei es Zeit, das aktuelle Erdzeitalter Holozän enden zu lassen, fordern Wissenschafter.

Eine Gruppe von Geologen plädiert dafür, ein neues Erdzeitalter beginnen zu lassen: das «Anthropozän». Es sei Zeit, das Holozän offiziell enden zu lassen, fordern die Forscher um Jan Zalasiewicz von der britischen Universität Leicester im Fachmagazin der Amerikanischen Geologischen Gesellschaft «GSA Today» (Bd. 18, Nr. 2, DOI 10.1130/GSAT01802A.1). In den vergangenen zwei Jahrhunderten seien menschliche Aktivitäten zum Hauptantrieb topographischer und klimatischer Änderungen geworden. Dem solle mit dem Namen Rechnung getragen werden.

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Das Holozän bezeichnet die jüngste geologische Epoche. Es begann vor etwa 11.000 Jahren nach dem Ende der jüngsten Eiszeit. Die 22 überwiegend britischen Geologen plädieren dafür, den Start des «Anthropozäns» auf das Jahr 1800 festzulegen. Jede Epoche reflektiere die jeweils bestimmenden Bedingungen eines Erdzeitalters, das Karbon beispielsweise verdanke seinen Namen den weltweit verbreiteten Kohleflözen, die zu jener Zeit entstanden.

Nun seien es vor allem die Menschen, die das Angesicht unseres Planeten prägten, schreiben die Forscher. In den vergangenen 200 Jahren habe ihre Zahl die Milliardengrenze überschritten, die Nutzung fossiler Brennstoffe begann, gigantische Städte wuchsen, Tier- und Pflanzenarten wurden ausgerottet.

Zudem sei die chemische Zusammensetzung sowohl der Atmosphäre und der Meere als auch der Eisschilde und Oberflächenablagerungen massiv verändert worden. «Ein in ferner Zukunft lebender Geologe würde mit großer Sicherheit eine neue Linie ziehen und einen neuen Namen nutzen, der verdeutlicht, wo und wann unser Einfluss sich zeigte», betont der Geologe Richard Alley von der Pennsylvania State University in State College.

Geprägt wurde der Begriff «Anthropozän» vor sechs Jahren vom Chemie-Nobelpreisträger Paul Crutzen. Er hatte betont, die Einwirkung menschlicher Aktivitäten habe die Dimension natürlicher Einflüsse erreicht. Dies solle ein neues Erdzeitalter verdeutlichen. Seither wird der Begriff «Anthropozän» regelmäßig in Fachbeiträgen, Büchern und Vorträgen genutzt. Offiziell benennen könnte eine solche Epoche aber nur die Internationale Stratigraphische Kommission (ICS). (dpa)

 
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