24. Jan 2008 15:57
Jahre nach einer Lebertransplantation hat die junge Empfängerin nun eine andere Blutgruppe - die Veränderung ist der erste bekannte Fall weltweit. Ziel ist nun, diesen Mechanismus aufzuklären.
Den Angaben zufolge hatte die 15-Jährige vor fünf Jahren die Leber eines 12-Jährigen erhalten. Neun Monate später konnten die Ärzte die nach einer Transplantation stets verabreichten Immunsuppressiva vollständig absetzen. Die Medikamente verhindern die Abstoßung von Spenderorganen, die vom Immunsystem des Patienten als «fremd» erkannt und bekämpft werden. Jetzt rund vier Jahre später, arbeite die übertragene Leber nach wie vor völlig normal, erklärten die Ärzte. Es gebe keinerlei Abstoßungsreaktionen. «Mir ist kein vergleichbarer Fall mit Blutgruppenwechsel bekannt», erklärte Matthias Bahr, Oberarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie an der Medizinischen Hochschule Hannover, zu den Ergebnissen. Zwar sei seit Jahren bekannt, dass sich die Zellen des Transplantats mit den Zellen des Empfängers sowohl in dem Organ selbst als auch im Körper mischen. «Für einen Blutgruppenwechsel muss aber schon eine quantitativ bedeutsame Zellmenge in das Knochenmark einwandern, um einen messbaren Effekt herbeizuführen.» Möglicherweise sei von Bedeutung gewesen, dass Empfänger und Spender relativ jung waren.