22.01.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Nur ein Prozent der Erbgutanlagen machen den Unterschied
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der Unterschied ist klein, aber fein: Nur ein Prozent der Erbgutanlagen unterscheidet einen Menschen von den anderen. In diesem winzigen Teil wollen Forscher nun nach Krankheiten suchen.
Mit beispiellosem Aufwand will eine Gruppe internationaler Forscher die Genome von mindestens 1000 Menschen aus aller Welt lesen und vergleichen. Das teilte das «1000 Genomes Project» am Dienstag in Bethesda (US-Staat Maryland) mit. Ziel der Initiative mehrerer führender Institute ist eine möglichst detaillierte Karte der feinen, aber bedeutenden genetischen Unterschiede von Mensch zu Mensch. Diese Differenzen liefern unter anderem Hinweise auf die Ursache vieler Krankheiten.
Wenn das Projekt mit voller Geschwindigkeit läuft, wird es in zwei Tagen mehr genetische Informationen liefern, als im ganzen Jahr 2007 in öffentliche Datenbanken eingestellt wurde. Das sagte Gil McVean von der Universität Oxford (Großbritannien), Mitglied der Analysegruppe. Unter den 1000 Erbmaterial-Sätzen finden sich solche der Yoruba aus Ibadan (Nigeria), von Japanern aus Tokio, von Chinesen aus Peking und von Menschen aus dem US-Staat Utah mit Vorfahren aus West- und Nordeuropa.
Das Genom des Menschen ist aus einer Abfolge rund 3,2 Milliarden chemischer Bausteine zusammengesetzt. Das Genom zweier willkürlich ausgewählter Menschen gleicht sich nach Angaben der Forscher zu mehr als 99 Prozent. Das neue Projekt richtet sein Augenmerk auf das übrige eine Prozent. (dpa)