16. Jan 2008 09:08
Forscher haben in Uruguay die Überreste eines urzeitlichen Riesennagers entdeckt. Das Tier wog vermutlich mehr als das Hundertfache einer normalen Ratte.
Andrés Rinderknecht vom staatlichen Naturkundemuseum in Montevideo und sein Kollege Ernesto Blanco waren am Ufer des Rio de la Plata auf den 53 Zentimeter langen Schädel des urzeitlichen Riesennagers gestoßen. Der Schädel sei außergewöhnlich gut und fast vollständig erhalten, berichten die Forscher. Sie gaben dem gigantischen Nagetier den wissenschaftlichen Artnamen Josephoartigasia monesi. Die Abschätzung des Körpergewichts ergebe einen Mittelwert von 1211 Kilogramm, allerdings mit einem großen Unsicherheitsbereich von plusminus 753 Kilogramm. Der Riesennager lebte vermutlich vor zwei bis vier Millionen Jahren in den Zeitaltern des Pliozäns und des Pleistozäns als Mitglied einer teils bizarren Tierwelt, die damals das heutige Südamerika bevölkerte. Dazu gehörten gigantische, jagende «Terrorvögel» mit einem mehr als 40 Zentimeter langen, scharfen Schnabel, Säbelzahnkatzen und gepanzerte Säugetiere. Das Fossil liefere neue Einzelheiten, um die Erscheinung solcher gigantischen ausgestorbenen Tiere zu rekonstruieren. (dpa)