Auch Affen bezahlen für Sex02. Jan 2008 19:35  |  Javaneraffen beim Balgen im Zoo Basel | Foto: AP |
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Die Gesetze des Marktes greifen nicht nur in der menschlichen Gesellschaft. Auch im Tierreich haben Forscher ein Bezahlsystem beobachtet.
Auch Affen bezahlen für Sex, wenn sie Gelegenheit dazu bekommen. Das haben Forscher bei freilebenden Javaneraffen in Indonesien beobachtet. Die Männchen «entlohnten» die Weibchen demnach mit unterschiedlich langer Fellpflege für den Paarungsakt, wie der Verhaltensforscher Michael Grumert vom Hiram College im US-Bundesstaat Ohio im Fachjournal «Animal Behaviour» (Bd. 74, S. 1655; DOI: 10.1016/j.anbehav.2007.03.009) berichtet.
Waren weniger Weibchen als Männchen in der Gegend, stieg der Preis für Sex. Waren viele Weibchen zugegen, sank er, wie der Zeitschrift erläuterte. Grumert hatte Beobachtungen bei einer etwa 50-köpfigen Gruppe wildlebender Javaneraffen (Macaca fascicularis) ausgewertet. Im Schnitt paarten sich die Weibchen demnach 1,5 Mal pro Stunde. Nach Perioden ausgiebiger Fellpflege durch die Männchen stieg die Sexrate auf 3,5 Mal pro Stunde. Dabei boten die Weibchen vor allem denjenigen Männchen Sex an, von denen sie die Fellpflege erhalten hatten.
Waren gerade viele Weibchen in der Nähe, konnten die Affenmännchen Sex schon für acht Minuten Fellpflege «kaufen». Gab es weniger Weibchen als Männchen, musste das Männchen seine Partnerin bis zu 16 Minuten flöhen, bevor es Sex angeboten bekam. Die Studie ist eine der ersten, die den Einfluss des Marktes auf das Paarungsverhalten in der Natur zeigt. Möglicherweise seien diese Effekte in vielen früheren Untersuchungen nicht zutage getreten, weil sie meist mit Tieren in Gefangenschaft durchgeführt wurden, spekuliert Grumert. (nz/dpa)
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