30. Dez 2007 16:55
Der hochansteckende Erreger wurde 2007 bei 170.000 Erkrankten diagnostiziert - das sind mehr als doppelt so viele wie 2006. Experten vermuten, dass die Dunkelziffer um das 20-fache höher liegt.
Die hochansteckenden Erreger grassieren in Deutschland vor allem im Winter zwischen Oktober und März und machen sich mit plötzlichem heftigen Erbrechen und Durchfall bemerkbar. Meist ist die Erkrankung nach zwei, drei Tagen überstanden. Doch auch danach kann der genesene Patient noch bis zu 14 Tage lang ansteckend sein. Gefährdet sind daher vor allem Orte, an denen sich viele Menschen aufhalten, etwa Alten- und Pflegeheime, Kindergärten oder auch Bürogebäude. Berüchtigt sind die Erreger auch als Plage auf Kreuzfahrtschiffen, deren Gäste und Besatzungsmitglieder immer wieder von Magen-Darm-Epidemien heimgesucht werden.
Zwar sind die Viren ganzjährig aktiv. Die Erkrankungszahlen häufen sich aber stets in der kalten Jahreszeit, mit einem Gipfel zwischen Dezember und Februar. Als Grund wird vermutet, dass das Immunsystem der Menschen in dieser Zeit schwächer ist. Möglicherweise macht auch die trockene Luft in geheizten Räumen die Schleimhäute für die Viren empfänglicher. Ungeklärt ist noch, wie genau die Noroviren, von denen bislang etwa 50 Stämme bekannt sind, die typischen Beschwerden auslösen.
An zweiter Stelle der Infektionen dieses Jahres folgte dem Bericht zufolge mit 65.000 Fällen der Lebensmittelkeim Campylobacter. Den höchsten Zuwachs verzeichnete das Bundesinstitut laut «Focus» bei dem durch Mäuse hauptsächlich in Südwestdeutschland übertragenen Hantavirus. An dem Erreger grippeähnlicher Symptome seien 2006 nur 72 Menschen erkrankt, in diesem Jahr schon 1.640. (AP)