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Wie das Christkind zur «Romulus»-Grotte kam

23. Dez 2007 11:47
Heute kaum beachtet: Die St. Anastasia-Basilika auf dem Palatin
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Italienische Archäologen vermuten eine enge Verbindung zwischen der jüngst entdeckten römischen «Remulus»-Grotte und dem Weihnachtsfest. Die Grotte spielt eine wichtige Rolle beim Übergang vom Heiden- zum Christentum.

Die Entdeckung einer Grotte im Herzen von Rom, in der der Legende nach eine Wölfin den Stadtgründer Romulus und seinen Zwillingsbruder Remus gesäugt haben soll, hat vor wenigen Wochen für weltweites Aufsehen gesorgt. Jetzt überrascht der Entdecker, der Archäologie-Professor Andrea Carandini, mit einer neue These: Es soll eine enge Verbindung zwischen dem antiken, heidnischen Heiligtum und dem Weihnachtsfest geben.

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Die Grotte im Palatin-Hügel war nach Carandinis Ansicht der Grund dafür, dass Kaiser Konstantin bestimmte, ganz in der Nähe die St. Anastasia-Basilika zu errichten. Und dieses Gotteshaus sei sehr wahrscheinlich die Kirche, in der erstmals das Weihnachtsfest an einem 25. Dezember gefeiert wurde, vermutet Carandini.

Die Entdeckung der Grotte helfe, den Übergang vom Heiden- zum Christentum im alten Rom besser zu verstehen. Zwar ist die Bedeutung der Anastasia-Basilika für die Weihnachtstradition unter Gelehrten laut Carandini weitgehend bekannt. Doch bis vor einigen Wochen wusste man nichts von der Grotte. «Die Kirche wurde gebaut, um diesen heidnischen Kultplatz zu christianisieren», erläutert der Archäologe. «Es war damals ganz normal, eine Kirche in der Nähe dieser Orte zu errichten, um sie zu 'erretten'.»

Heute wenig beachtet

Der Leiter der Archäologiebehörde Roms, Angelo Bottini, der nicht an Carandinis Forschung beteiligt ist, hält die These des Archäologen für «einleuchtend und schlüssig». Die beiden Wissenschaftler erklärten, weitere Ausgrabungen seien notwendig, um eine Verbindung des Kultortes zu der Kirche zu belegen. Dies wäre der Fall, wenn Teile der Grotte direkt unter der Basilika gefunden würden.

Die heutzutage wenig beachtete St. Anastasia-Basilika war laut Carandini die erste Kirche, die sich im antiken Rom nicht irgendwo am Stadtrand erhob, sondern direkt im Herzen der Weltmetropole, auf dem Palatin, errichtet wurde. Zu Zeiten Konstantins sei sie eines der wichtigsten christlichen Häuser in Rom gewesen, erklärt der Professor von der Universität La Sapienza.

Konstantin und das Weihnachtsfest

Kaiser Konstantin beendete mit dem Toleranzedikt von Mailand im Jahr 313 die jahrhundertelange Christenverfolgung im Römischen Reich. Er spielte auch eine zentrale Rolle bei der Vereinheitlichung von Ritus- und Glaubensformen in der frühen Kirche. So führte er 325 den Vorsitz über das Konzil von Nicäa, bei dem unter anderem die Termine für wichtige christliche Feiertag vereinheitlich wurden.

Das Konzil bestimmte, dass das Weihnachtsfest, das in der Christenheit an verschiedenen Tagen begangen wurde, künftig am 25. Dezember stattfinden soll, dem Tag, an dem im antiken Rom die Geburt des Sonnengottes gefeiert wurde, wie Carandini erläutert. Bald nach diesem Konzil, möglicherweise bereits im Jahr 326, wurde nach Carandinis Worten St. Anastasia auf dem Palatin gebaut.

Wandschmuck in der
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In 16 Meter Tiefe im Palatin liegt die von ihm und anderen Archäologen entdeckte, teilweise eingestürzte Grotte, bei der es sich um die legendäre Romulus-Höhle handeln soll. Die mit Muscheln und Marmor geschmückte Grotte wurde von den Archäologen in den vergangenen zwei Jahren mit Endoskopen und Lasern vermessen, weil sie fürchteten, sie werde bei Ausgrabungen weiter Schaden nehmen. Die Höhe wird auf acht Meter und der Durchmesser auf 7,5 Meter geschätzt.

Bei weiteren Ausgrabungen soll demnächst nach dem Eingang zu der heiligen Stätte gesucht werden. In antiken Texten ist von der Grotte als «Lupercale» die Rede - mit Blick auf «lupa», die lateinische Bezeichnung für Wölfin. Der Legende nach säugte das Tier Romulus und Remus, Söhne des Kriegsgottes Mars, nachdem sie in einem Korb auf dem Tiber ausgesetzt worden waren. Romulus gründete der Sage nach später die Stadt Rom und wurde nach einem tödlichen Streit mit seinem Bruder der erste König. (Ariel David, AP)

 
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