Mäuse durch neu gebastelte Stammzellen geheilt
06.12.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Sie lassen sich unbegrenzt vermehren und in jeden beliebigen Zelltyp weiterentwickeln Eigenschaften, die Mediziner nutzen möchten, um kranke Zellen oder Gewebe nachzuzüchten und zu ersetzen. Ob die von den Forschern induzierte pluripotente Stammzellen (iPS) getauften Zellen tatsächlich dazu in der Lage sind, war allerdings bislang unklar.
Die Forscher um Rudolf Jaenisch vom Whitehead-Institut für biomedizinische Forschung in Cambridge (US-Staat Massachusetts) untersuchten dies nun an Mäusen, die an einer Sichelzellanämie leiden. Die angeborene Erkrankung beruht auf einem Gendefekt und führt dazu, dass sich die roten Blutkörperchen verformen. Sauerstoffarmut und schwere Organschäden sind die Folge. Jaenisch und seine Mitarbeiter programmierten zunächst Bindegewebszellen aus dem Schwanz eines erkrankten Tiers in iPS-Zellen um. Dann reparierten sie den Gendefekt, indem sie eine gesunde Version des krankhaften Sichelzell-Gens in die Zellen einbauten.
Eines der größten Probleme bei der Anwendung der iPS-Zellen besteht bisher in der Gefahr, dass die Zellen durch die Umprogrammierung zu Krebsauslösern werden können. Wissenschaftler aus Japan und den USA hatten zwar kürzlich berichtet, dass ein für die Umprogrammierung bisher benötigtes «Krebsgen» verzichtbar ist, ein Tumorrisiko bleibt jedoch bestehen, da auch die Gentherapie selbst also der Ersatz des krankhaften Gens Krebs auslösen kann.
Ein großer Vorteil des Verfahrens liegt darin, dass dabei patienteneigene Zellen zum Einsatz kommen können. Abstoßungsreaktionen nach Transplantationen von Ersatzzellen oder Gewebe können dadurch vermieden werden. Anders als bei echten embryonalen Stammzellen ist die Anwendung umprogrammierter Körperzellen außerdem ethisch unbedenklich, da dafür keine Embryonen zerstört werden müssen. (dpa)

