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Affe schlägt Studenten beim Kurzzeitgedächtnis

03. Dez 2007 18:09
Schimpanse Ayumu: Schneller und besser als Studenten
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Forscher in Kyoto haben Studenten gegen Affen antreten lassen. Der Sieger im Kurzzeitgedächtnis-Test heißt «Ayumu» - und ist ein Schimpanse.

Ein fünfjähriger, trainierter Schimpanse erfasst Zahlenreihen schneller und akkurater als Studenten. Zu diesem Ergebnis kommen Primatenforscher an der Universität von Kyoto.

Die Wissenschaftler um den Sprach- und Intelligenzforscher am Primatenzentrum der Hochschule, Tetsuro Matsuzawa, hatten Studenten und Schimpansen Zahlenreihen gezeigt. Diese blinkten jeweils nur kurz auf. Aufgabe der menschlichen und tierischen Probanden war es, die Zahlen in der richtigen Reihenfolge wiederzugeben.

Schimpanse „Ayumu“ ordnet schneller

In erstem Experiment waren neun Zahlen willkürlich auf quadratischen Feldern angeordnet. Wenn das Feld mit der Nummer eins berührt wurde, wurden alle anderen Felder plötzlich weiß. Die Felder sollten darauf so berührt werden, dass die Zahlen zwei bis neun in der gezeigten Anordnung auf den Bildschirm zurückgeholt wurden.

Der klare Sieger in diesem Experiment hieß „Ayumu“. Er war wie die anderen Affen sechs Monate trainiert worden, Zahlen zu erkennen und in die richtige Reihenfolge zu bringen. Der Schimpanse war zwar kaum akkurater als die teilnehmenden Studenten, aber er war deutlich schneller.

«Ayumu» erfasst auch schneller

Das veranlasste die Forscher zu einem zweiten Vergleichstest. In dem leuchteten fünf Zahlen auf weißen Quadraten kurz auf und verschwanden wieder. Erneut bestand die Aufgabe darin, die Felder in der korrekten Ziffernfolge zu berühren.

Hier machte der Faktor Zeit den Unterschied: Leuchteten die fünf Zahlen sieben Zehntel-Sekunden lang auf, lagen „Ayumu“ und seine neun studentischen Gegner mit einer Trefferquote von 80 Prozent gleichauf. Blinkten die Zahlen aber nur noch vier oder zwei Zehntel-Sekunden auf, lag „Ayumu“ immer noch bei 80 Prozent richtiger Antworten. Die Studenten kamen aber nur noch auf 40 Prozent.

Kurzzeitgedächtnis von Evolution gebremst

Die Forscher zogen daraus den Schluss, dass Schimpansen das Zahlenmuster im Kurzzeitgedächtnis eindeutig besser erfassen können. Die Forscher aus Japan berichten darüber in der US-Fachzeitschrift „Current Biology“. Die Suche nach einer Erklärung geht aber weiter.

Mehr im Internet:
Forschungsleiter Matsuzawa vermutet einerseits, Schimpansen könnten eine kognitive Fähigkeit erhalten haben, die der Mensch im Laufe der Evolution verloren habe, um andere Fähigkeiten wie die Sprache zu erlernen. Es könnte aber auch sein, dass die Fähigkeit vom Alter der Versuchsteilnehmer abhängt. „Ayumus“ Mutter schnitt nämlich schlechter ab als die Studenten.(AP)
 
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