netzeitung.deMehr Fördergeld nach Bastelerfolg eingeplant

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Annette Schavan (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

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Ministerin Schavan hofft, dass auch deutsche Forscher an den jüngsten Bastelerfolg mit Stammzellen anknüpfen können. Den Stichtag zur Verwendung embryonaler Zellen will sie dennoch verschieben.

Bundesforschungsministerin Annette Schavan will nach jüngsten Erfolgen in der Stammzellenforschung die Fördermittel deutlich erhöhen. «Wir werden die Fördermittel für die Technik zur Reprogrammierung erwachsener Zellen jetzt von fünf auf bis zu zehn Millionen Euro jährlich verdoppeln, damit zügig weitergearbeitet werden kann», sagte die CDU-Politikerin dem Magazin «Focus».

In der vergangenen Woche war es Forschern aus Japan und den USA erstmals gelungen, menschliche Hautzellen zu einer Art embryonaler Stammzelle zurückzuprogrammieren. Damit haben sie möglicherweise einen Weg gefunden, die umstrittene Nutzung embryonaler Stammzellen zu ersetzen.

«Es handelt sich offenbar um einen echten Durchbruch, der uns aus einem ethischen Dilemma herausbringen kann und alle ermutigt, die auf Alternativen gesetzt haben», sagte Schavan. Die Bundesregierung werde alles tun, um den eingeschlagenen Kurs zu verstärken. «Deutschland sollte in den nächsten Jahren Motor der adulten Stammzellenforschung sein, wenn es um die Vertiefung der Ergebnisse geht, die jetzt vorliegen.»

Stichtagverlegung ist keine Aufweichung
Bislang dürfen in Deutschland Wissenschaftler nur dann mit embryonalen Stammzellen arbeiten, wenn diese vor dem 1. Januar 2002 entstanden sind. Mit Blick auf die Debatte, diesen Stichtag zu verschieben, sagte Schavan: «Ich halte eine einmalige Verlegung des Stichtags für verantwortbar, denn sie ist keine Aufweichung.»

Die Substanz des Gesetzes von 2002 bleibe unberührt. «Im übrigen kann ich als Forschungsministerin nicht ignorieren, dass der jetzige Erfolg ohne Kenntnisse aus der embryonalen Stammzellenforschung nicht möglich gewesen wäre.» Entscheidend sei, dass jetzt die Hoffnung größer sei, dass man eines Tages überhaupt keine embryonale Stammzellenforschung mehr brauchen werde.

Der Bundestag steht im Frühjahr vor einer neuen Debatte über das Stammzellengesetz. Abgeordnete aus allen Parteien sammeln derzeit Unterschriften für fraktionsübergreifende Gruppenanträge. Ziel ist dabei je nach Position der Erhalt, die Streichung oder eine Verschiebung der Stichtagsreglung. (dpa)