Japan macht wieder Jagd auf Buckelwale
17.11.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Geführt von dem 8000-Tonnen-Schiff «Nisshin Maru» soll die Walfangflotte am Sonntag von der Hafenstadt Shimonoseki aufbrechen, teilte auch die Eignergesellschaft Kyodo Senpaku mit. Die «Nisshin Maru» war im Februar in der Ross-See in Brand geraten, was in dem empfindlichen Ökosystem einen Umweltalarm ausgelöst hatte. Damals hatte die Walfangflotte ihre Jagd vorzeitig abgebrochen.
Die Walfangflotte soll bis zu 50 Buckelwale (Megaptera novaeangliae), bis zu 50 Finnwale (Balaenoptera physalus) und bis zu 935 Südliche Zwergwale (Balaenoptera bonaerensis) töten. Das ist das größte Jagdprogramm seit Beginn der Schutzmaßnahmen der Internationalen Walfangkommission (IWC).
Buckelwale waren vor vier Jahrzehnten fast ausgerottet. Seit 1963 sind sie geschützt. Die einzigen Ausnahmen bilden Grönland und der Karibik-Staat Saint Vincent und die Grenadinen. Sie fingen nach IWC-Angaben im vergangenen Jahr je einen Buckelwal. Die Sowjetunion jagte die zwölf bis 15 Meter langen Tiere bis 1973.
Der größte Teil der aus wissenschaftlichen Gründen getöteten Wale wird schließlich an Restaurants verkauft, was die Bestimmungen des IWC nicht untersagen. Bei den Konferenzen der Walfangkommission versuchte Japan bislang vergeblich, das 1986 verhängte Moratorium für den kommerziellen Walfang aufzuheben. Die Naturschützer wenden sich auch gegen die Methoden der Jagd mit der Harpune. Der Biologe Ken Findlay von der Universität Kapstadt kritisierte, dass manchmal verletzte Wale stundenlang von den Schiffen gejagt würden. (AP)

