netzeitung.deJapan macht wieder Jagd auf Buckelwale

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Schonzeit vorbei: Japan jagt Buckelwale (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Schonzeit vorbei: Japan jagt Buckelwale
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Eine japanische Flotte sticht am Wochenende in See, um aus «wissenschaftlichen Gründen» auf Walfang zu gehen. Erstmal seit 44 Jahren sollen auch wieder Buckelwale getötet werden.

Japan beendet nach 44 Jahren das Moratorium zur Jagd auf Buckelwale: Das Fischereiministerium bestätigte am Samstag in Tokio, dass die am Sonntag in den Südpazifik aufbrechende Walfangflotte 50 Tiere dieser Meeressäugerart erlegen soll, die zu Beginn der internationalen Schutzmaßnahmen 1963 fast ausgerottet war.

Geführt von dem 8000-Tonnen-Schiff «Nisshin Maru» soll die Walfangflotte am Sonntag von der Hafenstadt Shimonoseki aufbrechen, teilte auch die Eignergesellschaft Kyodo Senpaku mit. Die «Nisshin Maru» war im Februar in der Ross-See in Brand geraten, was in dem empfindlichen Ökosystem einen Umweltalarm ausgelöst hatte. Damals hatte die Walfangflotte ihre Jagd vorzeitig abgebrochen.

Ausnahmebestimmung genutzt
Die Jagd auf die Buckelwale ist die erste seit Inkrafttreten des Walfangmoratoriums von 1963. Japan nutzt eine Ausnahmebestimmung, die eine begrenzte Jagd der Meeressäuger zu wissenschaftlichen Zwecken erlaubt. Naturschützer kritisieren dies als reine Schutzbehauptung.

Die Walfangflotte soll bis zu 50 Buckelwale (Megaptera novaeangliae), bis zu 50 Finnwale (Balaenoptera physalus) und bis zu 935 Südliche Zwergwale (Balaenoptera bonaerensis) töten. Das ist das größte Jagdprogramm seit Beginn der Schutzmaßnahmen der Internationalen Walfangkommission (IWC).

Sensible Gruppentiere
Vor allem die geplante Jagd auf Buckelwale stößt auf heftige Proteste von Naturschützern. «Diese Wale dürfen nicht sterben», sagte Greenpeace-Sprecher Junichi Sato. «Buckelwale sind sehr sensibel und leben in engen Gruppenverbänden. Deswegen kann schon ein einziger Todesfall äußerst schädlich sein.» Es wird geschätzt, dass es weltweit 30.000 bis 40.000 Tiere gibt. Das ist etwa ein Drittel der Bestandsgröße in der Zeit vor dem kommerziellen Walfang. Bei den Finnwalen wird der Bestand auf 60.000 geschätzt.

Buckelwale waren vor vier Jahrzehnten fast ausgerottet. Seit 1963 sind sie geschützt. Die einzigen Ausnahmen bilden Grönland und der Karibik-Staat Saint Vincent und die Grenadinen. Sie fingen nach IWC-Angaben im vergangenen Jahr je einen Buckelwal. Die Sowjetunion jagte die zwölf bis 15 Meter langen Tiere bis 1973.

Keinerlei bedeutende Auswirkungen
Der für den Walfang zuständige Abteilungsleiter bei der japanischen Fischereibehörde, Hideki Moronuki, sagte: «Bei einer Population von mehreren zehntausend Buckelwalen 50 herauszunehmen, wird keinerlei bedeutende Auswirkung haben.» Die Jagd solle Meeresbiologen dabei helfen, die inneren Organe der Buckelwale zu studieren.

Der größte Teil der aus wissenschaftlichen Gründen getöteten Wale wird schließlich an Restaurants verkauft, was die Bestimmungen des IWC nicht untersagen. Bei den Konferenzen der Walfangkommission versuchte Japan bislang vergeblich, das 1986 verhängte Moratorium für den kommerziellen Walfang aufzuheben. Die Naturschützer wenden sich auch gegen die Methoden der Jagd mit der Harpune. Der Biologe Ken Findlay von der Universität Kapstadt kritisierte, dass manchmal verletzte Wale stundenlang von den Schiffen gejagt würden. (AP)