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Was das Edelweiß vor Sonne schützt

01. Nov 2007 13:18
Edelweiss <i>(Leontopodium nivale subsp. alpinum)</i>
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Das kleine Edelweiß ist in den Höhenzügen der Alpen einer enormen UV-Strahlung ausgesetzt. Sein ausgeklügelter Sonnenschutz könnte auch dem Menschen helfen.

Mit einem raffinierten Sonnenschirm schützt sich das Edelweiß vor der gefährlichen ultravioletten Höhenstrahlung. Belgische Physiker haben den Sonnenschutz der streng geschützten Blume enträtselt, wie das britische Magazin New Scientist (Nr. 2628, S. 20) in seiner aktuellen Ausgabe berichtet.

Der zarte Flaum weißer Härchen auf den Edelweißblättern absorbiert demnach die UV-Strahlung fast komplett, lässt aber anderes Licht durch, das die Pflanze zur Photosynthese benötigt. Warum das Edelweiß durch die starke UV-Strahlung an seinen hochgelegenen Standorten keinen «Sonnenbrand» bekommt, sei bislang rätselhaft gewesen.

Auf Wellenlänge abgestimmt

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Die Physiker um Jean Pol Vigneron von der Universität Notre-Dame de la Paix in Namur hatten die Edelweiß-Härchen unter dem Elektronenrastermikroskop untersucht. Es zeigte sich, dass die einzelnen Haare aus parallelen Fasern mit nur 0,18 Mikrometern Durchmesser bestehen. Das liegt in der Größenordnung der Wellenlänge der UV-Strahlung. Damit könnten die Fasern gezielt den gefährlichen Teil der Sonnenstrahlung herausfiltern, schreibt das Magazin.

Nach dem Vorbild der Pflanze lasse sich möglicherweise auch ein besserer Sonnenschutz für Menschen entwickeln, meint Vigneron. Derzeitige Produkte basieren auf chemischen oder mineralischen Substanzen. Weit verbreitet sind Cremes mit chemischen Zusätzen, die in die Haut eindringen und durch fotochemische Reaktionen den frühzeitigen Sonnenbrand verhindern.

Durch das Eindringen in die Haut können diese Cremes allerdings allergische Reaktionen auslösen. Wesentlich unbedenklicher ist Sonnenschutz auf mineralischer Basis. Winzige Partikel aus Zink- oder Titanoxid reflektieren das Sonnenlicht auf der Haut wie kleine Spiegel. Diese Cremes sind allerdings als leicht silbrigweiße Schicht auf der Haut sichtbar und reiben sich durch mechanische Belastung ab. (nz/dpa)

 
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