Regierung will neues Klima-Institut gründen
Ein weiteres wichtiges Forschungsprojekt sei die Abtrennung und Speicherung von Kohlendioxid (CO2) in modernen Kohlekraftwerken (CCS - Carbon Capture and Storage). Hier rechnen die Experten mit der Wirtschaftlichkeit frühestens 2020. Siemens hat für diese Technologie ein Forschungs- und Entwicklungsbudget von 500 Millionen Euro, teilte Vorstandsmitglied Hermann Requardt mit. Zugleich räumte er ein, dass Siemens zwar in den Allianzen mitwirkt, seine Innovationen jedoch durch Patente schützen will, «die uns in eine gute Wettbewerbsposition bringen werden».
Die Regierung erwägt auch die Gründung eines internationalen Spitzenforschungsinstituts für Klimafragen. Wissenschaftler würden in den kommenden Monaten ein Konzept erstellen, auf dessen Basis dann eine Entscheidung getroffen werde, sagte Schavan der «Financial Times Deutschland» (Mittwoch). Dem Bericht zufolge sollen auch Nobelpreisträger zeitweilig an das Institut geholt werden.
Finanzdienstleister wie die Dresdner Bank und die Münchner Rückversicherungs-Gesellschaft wollen im jetzt gegründeten «Finanzforum Klimawandel» den Rahmen für Klimaschutz-Investitionen und ihre Risiken diskutieren. Damit sind die ersten Projekte auf den Weg gebracht, die beim 1. Forschungsgipfel am 3. Mai in Hamburg andiskutiert worden waren. «Mit der Hightech-Strategie (...) stellen wir jetzt die richtigen Weichen», erklärte Schavan. «Sie verbindet Klimaschutz mit Innovationen, die Arbeitsplätze schaffen und Wohlstand sichern.» Außerdem solle sie international wirksam sein. Um Fragen des Klimaschutzes und Technologietransfers gehe es auch beim Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Indien, der vom 29. Oktober bis 1. November geplant ist. (dpa)

