09. Okt 2007 19:04
Deutsche Politiker gratulieren dem Physiker Peter Grünberg zum Nobelpreis. Er sei ein Ausnahmewissenschaftler, habe Charisma und Leidenschaft
Bundespräsident Horst Köhler lobte die Arbeit des deutschen Physik- Nobelpreisträgers als «herausragendes Beispiel für die konkrete Anwendbarkeit der Grundlagenforschung». In einem Glückwunschschreiben an Grünberg schrieb Köhler weiter: «Alfred Nobel knüpfte an die von ihm gestifteten Preise und deren Träger die Erwartung, dass sie dem Wohl der Menschheit dienen. Sie haben mit Ihrer Forschung dazu beigetragen, den Alltag und die Arbeit vieler Menschen zu vereinfachen«.Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beglückwünschte den Forscher zum Nobelpreis mit den Worten, es sei «eine großartige Auszeichnung» und «eine Ehre für das Forschungszentrum Jülich». An Grünbergs Arbeit könne man sehen, wie Grundlagenforschung zur täglichen Anwendung führe. Die Auszeichnung zeige zudem, dass die Förderung der Grundlagenforschung das Fundament dafür sei, dass es auch in Deutschland herausragende internationale Wissenschaftler gäbe.
Bundesforschungsministerin Annette Schavan wertete die Verleihung als Zeichen, dass Deutschland ein «hervorragender Standort für Spitzenforscher» sei. «Ich freue mich sehr mit ihm über diese höchste Auszeichnung, die es in der Wissenschaft gibt», sagte Schavan. «Peter Grünberg ist ein leidenschaftlicher Grundlagenforscher, der immer auch die Anwendung seiner Arbeit im Blick hat.» Der Nobelpreis ist nach den Worten der Ministerin auch eine eindrucksvolle Anerkennung für das Forschungszentrum Jülich und die Helmholtz-Gemeinschaft, zu der es gehört. Schavans Ministerium fördert das Zentrum allein in diesem Jahr mit rund 258 Million Euro. Der SPD-Vorsitzende Kurt Beck würdigte in seinem Glückwunschschreiben die «bahnbrechende Grundlagenforschung», die zu großen Innovationen in der Computer-Technologie geführt hätten. «Ich freue mich mit Ihnen über diese hochverdiente Auszeichnung und wünsche Ihnen Schaffenskraft und viel Erfolg für alle neuen Projekte», schrieb der rheinland-pfälzische Ministerpräsident.
Der nordrhein-westfälische Innovationsminister Andreas Pinkwart würdigte Grünberg als «Ausnahmewissenschaftler». Der Preis sei eine großartige Anerkennung der herausragenden wissenschaftlichen Arbeit des Physikers, sagte der FDP-Politker in Düsseldorf. Forscherpersönlichkeiten wie Grünberg hätten nicht nur ein enormes Expertenwissen, sondern auch das Charisma, um ihre Leidenschaft und Begeisterung für ihr Forschungsthema zu vermitteln und weiterzugeben.
CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla gratulierte im Namen seiner Partei und erklärte: «Peter Grünberg zeichnet sich durch seinen Ideenreichtum und seine Kreativität in hohem Maße aus. Mit dem Entdeckergeist und dem Erfindungsreichtum, die in seinen Arbeiten zum Ausdruck gekommen sind, erreicht Deutschland wesentliche Vorteile im globalen Wettbewerb.»
Auch der deutsche Physik-Nobelpreisträger von 2005, Theodor Hänsch, hat seinen Kollegen Peter Grünberg und Albert Fert zum Physik-Nobelpreis 2007 gratuliert. «Ich freue mich außerordentlich, insbesondere, weil es Europäer sind und weil ein Deutscher darunter ist», sagte Hänsch auf einer Klimakonferenz in Potsdam. Die Forschung Grünbergs und Ferts sei ganz im Sinne Alfred Nobels, weil sie einen praktischen Nutzen für die Menschheit bringe.
(AP, dpa)