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Physik-Nobelpreis an Deutschen und Franzosen

09. Okt 2007 12:06, ergänzt 14:02
Peter Grünberg
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Computer-Festplatten profitieren von der Arbeit der Physiker Grünberg und Fert. Die beiden erhalten nun die höchste Auszeichnung für den von ihnen erforschten Magneteffekt.

Der Nobelpreis für Physik geht an den Deutschen Peter Grünberg und den Franzosen Albert Fert. Sie erhalten die Auszeichnung für einen Magneteffekt, ohne den heute keine Computer-Festplatte mehr auskommt. Das teilte die Königlich- Schwedische Akademie der Wissenschaften am Dienstag in Stockholm mit. Die höchste Auszeichnung für Physiker ist in diesem Jahr mit umgerechnet 1,1 Millionen Euro (10 Millionen Schwedischen Kronen) dotiert.

Beide Wissenschaftler hatten unabhängig voneinander im Jahr 1988 den so genannten Riesenmagnetowiderstand entdeckt. Dabei handelt es sich um ein quantenmechanischen Effekt, der Sensoren für magnetische Felder hoch sensibel macht. Die Computerfirma IBM nutzte diesen Effekt in Festplatten und erhöhte die Genauigkeit der Köpfe und damit die Kapazität der Festplatten erheblich. 1997 kam das erste Laufwerk auf den Markt, das diesen Effekt nutzte. Inzwischen ist die Technologie Standard in jeder Festplatte.

Erste wirklich Anwendung der Nanotechnik

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Um möglichst viele Daten auf Festplatten speichern zu können, müssen ihre einzelnen magnetischen Bereiche möglichst klein sein. Damit werden die magnetischen Signale aber sehr schwach. Dank der Arbeiten von Grünberg und Fert können die winzigen magnetischen Kräfte von der Festplatte wieder in den elektrischen Datenstrom übersetzt werden.

Damit der Riesenmagnetowiderstand funktioniert, müssten Metallschichten mit einer Dicke von nur wenigen Atomen gefertigt werden. Daher könne diese Technik als erste wirkliche Anwendung der Nanotechnik angesehen werden, begründete die Akademie ihre Entscheidung. «Alle, die mit einem Laptop herumlaufen, sollten Grünberg und Fert äußerst dankbar für ihre Entdeckung sein», sagte Börje Johansson, Mitglied des schwedischen Physik-Nobelkomitees, über die Forschungsergebnisse der diesjährigen Preisträger.

Eigentlich lieber Umwelttechnik

Peter Grünberg arbeitete jahrelang im Forschungszentrum Jülich auf dem Gebiet der Festkörperforschung. Seit seiner Pensionierung ist der 68-jährige noch immer als Gast in Jülich tätig. «Es ist überwältigend, es ist großartig. Ich habe eine Menge von Leute vor meiner Tür stehen», sagte der Physiker am Dienstag im schwedischen Rundfunk. Grünberg dankte seinen Mitarbeitern und unterstrich, dass mit dem Preis eine «Teamleistung» ausgezeichnet werde.

Seinen aus der Grundlagenforschung geborenen Beitrag zur Computertechnik betrachtet Grünberg ohne übertriebene Leidenschaft: «Ich hätte mir eigentlich mehr gewünscht, dass ich im Bereich Energieeinsparung, im Bereich Umwelt eine Entdeckung mache oder etwas voranbringe», bekannte er zur Verleihung des Deutschen Zukunftspreises 1998. Forscher würden jedoch in der Regel dem folgen, was möglich erscheine, und nicht dem, was nötig sei.

Jazz und Almodóvar

Der 69-jährige Albert Fert lehrt seit 1976 an der Universität Paris Sud. Seit 1995 ist er zusätzlich wissenschaftlicher Direktor des von ihm mitbegründeten gemeinsamen Labores seiner Universität und des Centre national de la recherche scientifique (CNRS). Fert bewundert nach eigenen Angaben Filme des spanischen Regisseurs Pedro Almodóvar und das musikalische Genie des US-Jazzpianisten Thelonious Monk.

Mit seinem deutschen Kollegen Grünberg hat Fert seit der Entdeckung des Riesenmagnetowiderstandes auch gemeinsame wissenschaftliche Aufsätze veröffentlicht. 2004 hielt Fert am Forschungszentrum Jülich den Festvortrag zum 65. Geburtstag seines deutschen Kollegen. (nz/dpa)

 
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