Bienen-Summen vertreibt Elefanten09. Okt 2007 12:24  |  Panische Angst vor Bienen: Loxodonta africana | Foto: dpa |
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Hören Elefanten das Summen von Bienen, suchen sie innerhalb von Sekunden das Weite. Britische Wissenschaftler arbeiten an einer Methode, wie afrikanische Bauer so ihre Ernten vor den Tieren schützen können.
Der afrikanische Elefant gilt zwar wegen der jahrzehntelangen Jagd nach dem Elfenbein seiner Stoßzähne nach wie vor als gefährdet, doch die Population nimmt laut Weltnaturschutzunion wieder erfreulich zu. Das ist vor allem für afrikanische Bauern ein Problem: Wo ein Elefant hintritt, wächst buchstäblich kein Gras mehr. Weder brennende Reifen noch andere Barrieren halten die Herden ab, über Farmland zu laufen und ganze Ernten zu vernichten.Die britische Wissenschaftlerin Lucy King und ihr Team von der Universität Oxford haben herausgefunden, was die großen Tiere zurückhält: Bienen. Bereits das Geräusch aufgescheuchter Bienen reicht aus, Elefanten auf Distanz zu halten. King berichtet über ihre Forschung im Magazin Current Biology (Vol 17, 832-833).
Panische Angst
Stichwort: Afrikanischer ElefantLoxodonta africana ist das größte gegenwärtig lebende Landsäugetier der Welt. Die Tiere werden zwischen zwei und drei Metern groß und bis zu fünf Tonnen schwer. Der auffälligste Unterschied zum Asiatischen Elefanten sind die viel größeren Ohren, die einen Durchmesser von zwei Metern erreichen können. Außerdem besitzen in der Regel Männchen und Weibchen Stoßzähne. |
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In den kenianischen Nationalparks Buffallo Springs und Samburo installierten die Forscher Abspielgeräte und Lautsprecher in künstlichen Baumstämmen und spielte den Elefanten eine vier Minuten lange Aufnahme mit Bienengeräuschen vor. Dem Team gelang es, 16 von 17 Elefantenherden zu vertreiben. Die Dickhäuter scheinen panische Angst vor Bienen zu haben, sagt King: «Eine Herde rannte sogar durch einen Fluss, um davon zu kommen.»Einige Herden hielten bis zu 100 Metern Distanz zu den Lautsprechern. Im Durchschnitt wichen die Herden 64 Meter zurück, verglichen mit 20 Metern, die die Elefanten auswichen, wenn das Team ein so genanntes weißes Rauschen abspielte.
Ältere Tiere warnen zuerst
Nach den Worten von King können die Stiche afrikanischer Bienen sehr schmerzhaft sein und die Einstichstelle über Wochen weh tun. Ein Wildhüter habe ihr erzählt, dass er einen Elefanten erlebt hatte, der von einer Biene in den Rüssel gestochen wurde – er sei sprichwörtlich zum Berserker geworden, sagte sie. Die Biologin vermutet, dass die Tiere besondere Angst haben, an schlecht erreichbaren Stelle, wie den Augen oder hinter den Ohren, gestochen werden. Üblicherweise geht die Warnung vor Bienen von den älteren Leitkühen der Herde aus, wie das Team herausgefunden hat. Das würde erklären, warum Herden, die aus jungen Elefanten bestehen, kaum auf die Bienengeräusche reagierten.
Da die von dem Team benutzte Ausrüstung für viele Bauern zu teuer sei, empfiehlt King, Bienenstöcke als «Wachposten» für das Farmland einzusetzen. Das sei nachhaltiger und bringe zusätzlich Nahrung und Einnahmen. Ein Feldversuch mit Bienenstämmen laufe bereits. Das Team untersucht derzeit außerdem, ob sich die Elefanten dauerhaft von den Bienengeräuschen abschrecken lassen, oder ob sie den Trick mit der Zeit durchschauen. (nz)
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