Capecchi (Universität von Utah in Salt Lake City) und Smithies (Universität von North Carolina in Chapel Hill) hatten gezeigt, wie gesunde Gene verändert werden, indem man defekte Genschnipsel in die Zelle spritzt. Das gelang aber nur an einzelnen Zellen. Evans von der britischen Universität Cardiff fand heraus, wie sich mit Hilfe embryonaler Stammzellen neue Gene in Mäuse schleusen lassen. Die Kombination dieser Methoden schuf genveränderte Mäuse, die zum Beispiel bestimmte Erbkrankheiten des Menschen bekommen. «Damit war es erstmals möglich, zielgerichtet im Genom eines Säugers ganz spezifisch Gene auszuschalten», sagte der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Peter Gruss. Einen Schritt weiter als die diesjährigen Nobelpreisträger ging der Forscher Klaus Rajewsky in Köln. Er entwickelte eine Technik, mit der die Gene nicht im gesamten Körper, sondern in einzelnen Organen stumm geschaltet werden können - damit ließen sich Krankheiten wie Krebs nachbauen, bei den ein Gen nicht von Geburt an, sondern erst später verändert ist.
Am Dienstag werden die Träger des Physik- und am Mittwoch die des Chemie-Nobelpreises benannt. Die feierliche Überreichung findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel. (dpa)