Mit Chilli gegen Schmerzen
04.10.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Forscher der Harvard-Universität sind nun einer Therapie auf der Spur, die gezielt nur den Schmerz blockiert, die Bewegung und die Fähigkeit zu Fühlen aber nicht begrenzt. So könnte zum Beispiel eine schmerzfreie Geburt möglich sein, bei der die Frau die Geburt trotzdem fühlt.
Um einen Zugang zu den Schmerzrezeptoren zu ermöglichen, nutzen die Havard-Forscher eine Eigenschaft von Capsaicin, dem Wirkstoff von gewöhnlichen Chillischoten. Capsaicin wird medizinisch in Wärmepflastern verwendet, da es die Durchblutung der Haut fördert und so einen wärmenden Effekt hat. Der Wirkstoff kommt allerdings auch in so genannten Pfeffersprays zur Anwendung, wobei der Reizstoff als Waffe bei der Selbstverteidigung gegen Tiere und Menschen eingesetzt wird.
Bei Versuchen an Ratten unterdrückte die Injektion des Moleküls in Verbindung mit Capsaicin die Unterdrückung des Schmerzes, ohne dass die Tiere in eine zeitweilige Lähmung verfielen. Bis die Therapie am Menschen ausprobiert werden kann, müssen die Forscher allerdings noch einige Probleme lösen. So ist zur Zeit noch unklar, wie sich das durch Capsaicin auftretende typische Brennen bemerkbar macht, wenn der Wirkstoff unter die Haut gespritzt wird. (nz)

