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Forscher kritisieren Attacken auf Gen-Landwirtschaft

21. Sep 2007 14:20
'Kriminelle Zerstörer': Protest gegen Gentechnik in der Landwirtschaft
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In Deutschland werden immer mehr Gen-Aussaaten zerstört, beklagen Agrarwissenschaftler. Die sei kriminell, schreiben sie in einem Offenen Brief und kritisieren, dass niemand das ahnde.

Rund 400 Wissenschaftler setzen sich in einem offenen Brief für den Anbau genetisch veränderter Pflanzen ein. In dem vom «Wissenschaftlerkreis Grüne Gentechnik» in Frankfurt organisierten und am Freitag veröffentlichten Brief appellieren die Unterzeichner an die Mitglieder des Bundestages, sich dafür einzusetzen, «dass die Potenziale der Grünen Gentechnik verantwortungsvoll nutzbar gemacht werden können».

Die Unterzeichner beklagen «die steigende Zahl systematischer Zerstörungen von Projekten mit gentechnisch veränderten Pflanzen». Diese würden keinerlei Konsequenzen nach sich ziehen, sondern weitgehend ignoriert. Die Wissenschaftler sind der Meinung, dass die umfangreichen Auflagen für den Anbau von zugelassenem genveränderten Mais «den kriminellen Zerstörern Rückenwind verleiht» und sie «in ihren Taten moralisch noch legitimiert».

Mehr in der Netzeitung:
Die Große Koalition hatte sich im Juli auf schärfere Regeln zum Anbau von genmanipulierten Pflanzen verständigt. Unter anderem soll der Abstand zwischen Feldern mit genveränderten Pflanzen und Öko- Anbau größer sein als bei konventionellem Anbau. Bundesweit wird genveränderter Mais derzeit auf rund 2700 Hektar angebaut.

Hintergrund:
Umweltverbände sehen die schärferen Regeln als weitgehend wirkungslos an. Das Gesetz könne über Absprachen zwischen benachbarten Landwirten jederzeit ausgehebelt werden, argumentiert der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Die Organisation warnt davor, dass sich mit diesen Regelungen gentechnisch veränderte Organismen unkontrolliert großflächig ausbreiten würden. Bestimmte in Laboren oder Gewächshäusern entwickelte Gentech-Pflanzen fielen sogar völlig aus dem Geltungsbereich des Gesetzes heraus, beklagt der BUND.

Mehr im Internet:
Kritiker der Gentechnik befürchten, dass sich durch die unkontrollierte Ausbreitung des veränderten Erbgutes. Schlimmstenfalls entstünden so neue Unkräuter, gegen die kein Mittel mehr hilft. Auch könnten neue Nahrungsmittel-Allergien entstehen, welche durch die neu in die Gen-Pflanzen eingebrachten Eiweiße hervorgerufen werden könnten. (nz/dpa)
 
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