netzeitung.deVon der Funktion der Großmutter

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Früher sicherte sie das Überleben der Enkelkinder: Großmutter (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Früher sicherte sie das Überleben der Enkelkinder: Großmutter
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Wissenschaftler haben eine alte Frage der Evolutionsbiologie beantwortet: Warum leben Frauen nach der Menopause weiter?

Großmütter trugen in der Frühzeit mit ihrer Fürsorge für die Enkel zu deren Überleben bei. Die These untermauerten jetzt britische Forscher, die Lebensgeschichten von Familien aus zwei Dörfern in Gambia auf den Einfluss der Großmütter auf ihre Enkelkinder untersuchten.

Die Ergebnisse der Studie könnten die unter Evolutionsbiologen diskutierte Frage beantworten, warum Frauen nach der Menopause weiterleben, obwohl sie sich nicht mehr fortpflanzen können. Ihre Studie stellen Daryl Shanley von der Universität von Newcastle und seine Kollegen im Fachmagazin Proceedings of the Royal Society B vor (DOI: 10.1098/rspb.2007.1028).

Kaum väterlicher Einfluss
Die Forscher werteten Daten von 5500 Menschen aus dem Gambia der Jahre 1950 bis 1975 aus. Die Lebensbedingungen dieser Menschen entsprachen etwa den Bedingungen zu der Zeit in der Evolutionsgeschichte, als sich das lange Leben von Frauen nach der Menopause durchsetzte, erklären die Forscher.

Da 1975 in einem der gambischen Dörfer ein Krankenhaus eingerichtet wurde und zum Überleben von wesentlich mehr Kindern führte, wurden spätere Daten nicht mehr in die Auswertung miteinbezogen. Zwar war vor allem die Mutter wichtig für das Überleben ihrer Kinder, doch auch die Großmutter mütterlicherseits trug zu deren Überleben bei. Dagegen hatten weder der Vater noch andere Geschwister oder die Großmutter väterlicherseits statistisch merklichen Einfluss auf die Lebenserwartung der Kinder.

Profitierende Enkel
Würden Frauen erst in späteren Jahren in die Wechseljahre kommen, könnten sie zwar länger Nachwuchs in die Welt setzen. Gleichzeitig würde das aber die Wahrscheinlichkeit verringern, dass ihre Kinder mit einer Großmutter aufwachsen, schreiben die Wissenschaftler. Nach ihren Berechnungen wurden 58 Prozent der Kinder in Gambia von einer Großmutter betreut. Es wären aber nur 16 Prozent gewesen, wenn die Menopause erst mit 65 Jahren einsetzen würde.

Allerdings war der Einfluss der Großmütter auf das Überleben ihrer Enkelkinder kleiner als erwartet, ergänzen die Forscher. Damit sich das lange Leben nach der Menopause durchsetzen konnte, müssen ihrer Ansicht nach noch weitere Faktoren eine Rolle gespielt haben.

Ausschlaggebend aber sei, dass die Enkelkinder von der Betreuung durch die Großmütter profitierten. Außerdem sorge die Menopause dafür, dass Mütter keine Kinder mehr in hohem Alter bekämen. Denn dann sei die Gefahr zu groß, dass die Mutter kurz nach der Geburt stirbt und der Nachwuchs auf sich allein gestellt wäre. (ddp)